Befreiung geschieht – ohne ein Ich
Im Gespräch mit Richard Sylvester
Richard, du sagst, du seiest „befreit“ …
Halt, ich bin es nicht, der befreit ist …
Wer sonst?
Niemand. Befreiung geschieht, ohne ein Ich. Das ist ja gerade der Witz.
Was geschah dir, im Moment der Befreiung?
An einem warmen Sommerabend in der U-Bahn in London verschwindet urplötzlich und vollständig dieses Ich-Gefühl. Alles bleibt wie vorher – Leute, Züge, Bahnsteige, tausenderlei Dinge. Aber alles wird zum ersten Mal ohne eine Person gesehen, die all das vermittelt oder interpretiert.
Das muss fantastisch gewesen sein!
Quatsch. Alles ohne Lichtblitze, ohne Feuerwerk, nichts von dem bunten Gestrudel eines LSD-Trips. Und doch das ultimative „Wow“. Hast du schon mal einen ganz gewöhnlichen Bahnhof ohne jegliches Ich-Gefühl gesehen? In dem Moment wird das Gewöhnliche als das Außergewöhnliche gesehen.
Wir hoffen, Sie finden diese Vorschau auf den Artikel aus dem Magazin VISIONEN interessant!
Es würde uns sehr freuen, Sie als neuen Abonnenten des Magazins begrüßen zu dürfen.

