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Maulana Rumi

Maulana Rumi

Der berühmte islamische Mystiker als Friedensbotschafter

Die UNESCO hat das Jahr 2007 zum Rumi-Jahr erklärt. Der Geburtstag des Sufi jährt sich zum 800. Mal. Wer war Rumi und was seine Lehre? Kann sie uns helfen, den Islam besser zu verstehen und die zunehmende Kluft zwischen den Kulturen zu überbrücken?

Die Situation heute

Nostradamus scheint in einigen seiner verschlüsselten Verse anzudeuten, dass der 3. Weltkrieg durch einen arabischen Herrscher ausgelöst wird. Muslimische Heere würden Europa überrollen. Zu seiner Zeit, vor 500 Jahren, war das eine realistische Schreckensvision. Im 20. Jahrhundert schüttelten selbst Nostradamus-Experten ungläubig den Kopf. Doch im ersten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts werden wieder alle Nostradamus-Verse, die sich irgendwie auf den Islam beziehen könnten, heftig diskutiert und sehr ernst genommen.

Zugegeben, ein ziemlich spezieller Blickwinkel, unter dem man die Entwicklung der letzten Jahre sehen kann. Doch das Thema ist, aus welcher Perspektive man es auch betrachtet, dasselbe: Ein sich zuspitzender Konflikt zwischen dem islamischen Osten und dem jüdisch-christlichen bzw. kapitalistischen Westen. Der berüchtigte „Kampf der Kulturen“ scheint an die Stelle des „Kalten Krieges“ getreten zu sein, der die politische Welt nach dem 2. Weltkrieg spaltete.

Oh Liebe, reine tiefe Liebe. Sei hier, sei jetzt, sei alles... Lass mich Dein Diener sein, Dein Atem und dein Herz.
(Rumi)

Es sind – wie immer – widerstreitende Machtansprüche und Ideologien bzw. Wertvorstellungen, die das Bild vom Feind zeichnen und zur hässlichen Fratze ausmalen. Auf der einen Seite droht der fanatisch-finster blickende, vollbärtige Muslim, barbarisch, frauenfeindlich, in der Masse „außer Rand und Band“, in der geheimen Terrororganisation perfide diszipliniert zur Tötungsmaschine, die jederzeit und überall zum verheerenden Einsatz kommen kann. Die Gegenseite zeigt zynische, gottlose, geld- und sexsüchtige Kapitalistenschweine, die Armut und Leid über die Erde bringen und den Tod verdienen.

In dieser schwierigen Situation suchen die „Weisen“ auf beiden Seiten nach einem gemeinsamen Nenner, nach einer Brücke der Verständigung, nach einem Ausweg aus der zunehmenden Zementierung der Feindbilder. Eine legendäre Gestalt könnte hier als gemeinsames Vorbild Verbindung stiften: Mevlana Rumi (1207-1273), einer der bedeutendsten islamischen Poeten und Mystiker. Die UNESCO hat in Zusammenarbeit mit Ägypten, Afghanistan und der Türkei dieses Jahr 2007 zum Rumi-Jahr erklärt. Das ist ein gutes Signal. Zu wenige Menschen wissen von Rumi, und das gilt für „beide Seiten der Kulturen“.

Rumis Leben und Lehre
Die Lehrjahre

Dschalal ad-Din Muhammad Rumi wurde am 30. September 1207 in der Stadt Balch im heutigen Afghanistan (seinerzeit Persien) geboren. Er stammte aus einer angesehenen persischen Gelehrtenfamilie. Als die Familie vor den Mongolen Richtung Westen floh, begegnete der 18-Jährige erstmals einem großen Sufi, dem Mystiker und Poeten Attar. Als der den Sohn hinter seinem Vater Bahauddin gehen sah, soll er ausgerufen haben: „Hier kommt ein See, gefolgt von einem Ozean!“ Attar inspirierte Rumi nachhaltig.

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