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DAS HEILIGTUM IN DEN BERGEN

DAS HEILIGTUM IN DEN BERGEN

Auf den Spuren der Katharer

Am Fuße des Pyrenäengebirges, im friedlichen Okzitanien, entstand im Mittelalter eine christliche Richtung, die sich bald über Europa verbreitete: die Katharer. Von der Kirche gnadenlos verfolgt, hüteten sie auf ihrer Festung Montsegur ein Geheimnis von – wie es hieß – unschätzbarem Wert.

Licht und Finsternis

Okzitanien und das Languedoc – die Berge der Corbieren, der Montagne Noire und des Rhazès, die tiefen Schluchten der Aude und der Ariège – sie sind uraltes Kulturland wie die übrigen Pyrenäen auch. Keltische und iberische Einflüsse finden sich hier ebenso wie die Spuren der Phönizier und Phokäer. So stellte zu antiken Zeiten die gewaltige Höhle von Lombrives – Europas größte natürliche Grotte – ein phokäisches Heiligtum dar. Es war dem Ilhomber geweiht, der eine iberische Verkörperung des griechischen Herakles (Herkules) darstellte.

Als christliche Missionare auch in die Pyrenäen vorstießen, trafen sie auf die Sekte der Priscillianer. Sie galten seit den Konzilen von Saragossa (341 n. Chr.) und Bordeaux (384 n. Chr.) als ketzerisch. Ihr geistiger Führer Priscillian starb im Jahr 385 n. Chr. in Trier auf dem Scheiterhaufen. Die Priscillianer hingen einem dualistischen Glauben an, der sich im

Ursprung wohl auf die Lehren der persischen Feueranbeter Ahura-Mazdas zurückführen lässt. Der Mazdaismus besagte, dass sich in diesem Universum von Ewigkeit zu Ewigkeit zwei Prinzipien bekämpfen – das des Lebens, der Fruchtbarkeit und das des Todes, der Zerstörung. Symbol des Lebens ist die Sonne, die geistiges Licht, Wärme, Güte und Wahrheit verkörpert und in Ahura-Mazda, dem Gott des Lichtes und des Feuers, verehrt wurde. Das gegnerische Prinzip stellt die nächtliche Finsternis dar, die Irrtum, Lüge, Verrat und allgemeine Übel in sich birgt. Das Symbol dieses Prinzips ist der zerstörerische Gott Ahriman.

In den Glaubenslehren der Priscillianer war Jesus Christus an die Stelle Ahura-Mazdas getreten. Sein Gegenspieler Luzifer ersetzte den Ahriman des Mazdaismus. Dieser dualistische Glaube wies viele Berührungspunkte zur keltisch-iberischen Götterwelt auf, in der ebenfalls zwei gegensätzliche Gottheiten wirkten: Abellio, der Lichtgott und Dispater, der Herr des finsteren Totenreiches. Den Priscillianern gelang es, die Druiden, von denen sie freundlich aufgenommen worden waren, zum Christentum zu bekehren. So hüteten fortan die christianisierten Nachfahren der Kelten jene dualistische Lehre, die ursprünglich in den Weiten Persiens begründet worden war.

Gott ist reiner Geist und Liebe – diese Erde ist die Hölle. Lehrspruch der Katharer

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