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Indien - Ein Fest für die Sinne

Indien - Ein Fest für die Sinne

Das diesjährige Gastland der Frankfurter Buchmesse ist Indien. Wir nehmen dies zum Anlass den Subkontinent mit einer Bilder­galerie vorzustellen.
Indien ist ein Land der Superlative: Nach China ist der Subkontinent das bevölkerungsreichste Land der Erde, mit zahllosen nebeneinander existierenden Religionen und 18 offiziellen Sprachen, die Tausende von Dialekten nicht mitgerechnet. Es ist die Geburtsstätte von Hinduismus und Buddhismus, von Yoga und Tantra. Im 20. Jahrhundert hat es sich von einer Kronkolonie Großbritanniens zu einer High-Tech-Nation gewandelt.
Die Vielfalt und Farbenpracht dieses außergewöhnlichen Landes hat den Fotografen Olivier Föllmi in seinen Bann gezogen: „Seit über zwanzig Jahren reise ich nach Indien, wie ein Schüler, der zu seinem Meister zurückkehrt”, schwärmt er. „Meine innere Suche vollzieht sich über das Foto. Mein einziges Gebet ist es, auf alle Wesen, deren innerer Reichtum mich anrührt, zuzugehen.” Seine Fotografien strahlen Anmut, Schönheit und Lebensfreude aus. Atemberaubende Landschaften wechseln sich ab mit religiösen Szenen und Porträts der Menschen in ihren Dörfern und Städten. Föllmi hat Männer, Frauen und Kinder aller Kasten fotografiert – einfache Bauern und Töpfer, Tänzer und Musiker, Karawanen­mitglieder und Brahmanen, aber auch die heiligen Kühe und die viel verehrten Elefanten. Die Fotos hat er zu einem prächtigen Bildband zusammengestellt, der eingeleitet wird mit einem Vorwort der indischen Schriftstellerin Radhika Jha, die über die Faszination dieses Landes, aber auch den Alltag in Indien schreibt. (siehe Buchtipps)

Das diesjährige Gastland der Frankfurter Buchmesse ist Indien. Wir nehmen dies zum Anlass den Subkontinent mit einer Bilder­galerie vorzustellen.
Indien ist ein Land der Superlative: Nach China ist der Subkontinent das bevölkerungsreichste Land der Erde, mit zahllosen nebeneinander existierenden Religionen und 18 offiziellen Sprachen, die Tausende von Dialekten nicht mitgerechnet. Es ist die Geburtsstätte von Hinduismus und Buddhismus, von Yoga und Tantra. Im 20. Jahrhundert hat es sich von einer Kronkolonie Großbritanniens zu einer High-Tech-Nation gewandelt.
Die Vielfalt und Farbenpracht dieses außergewöhnlichen Landes hat den Fotografen Olivier Föllmi in seinen Bann gezogen: „Seit über zwanzig Jahren reise ich nach Indien, wie ein Schüler, der zu seinem Meister zurückkehrt”, schwärmt er. „Meine innere Suche vollzieht sich über das Foto. Mein einziges Gebet ist es, auf alle Wesen, deren innerer Reichtum mich anrührt, zuzugehen.” Seine Fotografien strahlen Anmut, Schönheit und Lebensfreude aus. Atemberaubende Landschaften wechseln sich ab mit religiösen Szenen und Porträts der Menschen in ihren Dörfern und Städten. Föllmi hat Männer, Frauen und Kinder aller Kasten fotografiert – einfache Bauern und Töpfer, Tänzer und Musiker, Karawanen­mitglieder und Brahmanen, aber auch die heiligen Kühe und die viel verehrten Elefanten. Die Fotos hat er zu einem prächtigen Bildband zusammengestellt, der eingeleitet wird mit einem Vorwort der indischen Schriftstellerin Radhika Jha, die über die Faszination dieses Landes, aber auch den Alltag in Indien schreibt. (siehe Buchtipps)

Weisheit und Spiritualität

Das spirituelle Erbe des indischen Subkontinents fasziniert viele Menschen im Westen. So steckte Olivier Föllmi auch seine Frau Danielle damit an. Die beiden sind inzwischen seit Jahrzehnten in der Kultur Indiens und Tibets heimisch. Gemeinsam setzen sie sich mit der Organisation HOPE für eine Verbesserung des Bildungswesens im Himalaja ein.
In dem Geschenkbuch Die Weisheit Indiens Tag für Tag (siehe Buchtipps) nimmt uns das Paar mit auf eine spirituelle Reise in die Welt der indischen Philosophie und Mystik. Für jeden Tag des Jahres präsentieren sie eine großartige Aufnahme Indiens und seiner Bewohner mit Sprüchen und Lehren aus berühmten indischen Texten, darunter die über 3000 Jahre alten Veden und das Mahabharata, das längste Epos der Weltliteratur. Das moderne Indien ist unter anderem mit Sentenzen des Nobelpreisträgers Tagore, des Philosophen Krishnamurti und des Friedensaktivisten Gandhi vertreten. Entstanden ist ein spiritueller Begleiter durch das Jahr, der zum Nachdenken über die Welt und das eigene Leben anregt und dazu verführt, einmal innezuhalten und die „Weltenseele” zu erspüren.

Fest der Farben

Indiens Farben sind anders, meint der Fotograf Boris Potschka. Nicht nur, dass unter der gleißenden Sonne Indiens manches problemlos nebeneinander steht, was wir in den Nebel verhangenen Zonen nördlicherer Länder als widersprüchlich, gar schrill empfinden – auch die Bedeutungen, die Inder ihren Farben geben, sind anders. Sie lösen Signale aus, tragen Botschaften mit sich, die entschlüsselt werden wollen. In den Nuancen und Schattierungen der indischen Farbpalette offenbart sich eine Kultur, die ihre Welt aus einem anderen Blickwinkel betrachtet als wir. Während westliche Köpfe eine Unmenge wissenschaftlicher Farbsysteme entworfen haben, die allesamt Ordnung in die unüberschaubare Vielfalt von Farben zu bringen versuchen, ist der Umgang Indiens mit Farben eher tänzerisch. musikalisch, rhythmisch. Viel mehr noch als im Westen spiegeln sich im indischen Farbkosmos die Tageszeiten, die Stationen des Jahreslaufs, der Zyklus von Geburt und Tod sowie die Riten des Übergangs. Und immer wieder sind es Klänge, die durch die Farben hindurchschimmern, was auch in der Verwandtschaft der indischen Begriffe für Melodie und Farbe – rag und rang – zum Ausdruck kommt. Ein Raga, so lautet die indische Definition eines melodischen Typs, ist das, was den Geist färbt.
In Boris Potschkas Bildband Indien – Fest der Farben (siehe Buchtipps) tanzen die Farben: vom zarten Weiß der Morgendämmerung zum intensiven Rot der Hochzeitsfeiern; vom anregenden Gelb des Safran und der ockerfarbenen Roben über die strahlenden Türkis- und Grüntöne der Bergtäler des Himalaja und der Palmenhaine Keralas zum allumfassenden Indigo der blauen Wüstenstadt Jodhpur – bis sich schließlich alle Farben in den Schattenrissen des Abends auflösen.
Wer da nicht Lust bekommt, dieses Land der Widersprüche, Sehnsüchte und spirituellen Weisheit zu bereisen, kann sich auch durch die indische Literatur überzeugen lassen. Beispielsweise mit den Werken von Vikram Seth (Eine gute Partie und Zwei Leben, beide bei Fischer) oder Inderjit Badhwar (Der Shikari, bei Scherz).

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