Editorial Ausgabe Januar 2007

Liebe Leserinnen und Leser,

in ein paar Tagen beginnt ein neues Jahr. Oftmals halten wir Rückblick auf die vergangene Zeit und stellen fest, dass manch Gutes oder auch Schlechtes eingetroffen ist. Manchmal haben wir es mit einem weinenden Auge, manchmal mit einem lachenden Auge ertragen. Wenn uns die Welt zu Füßen lag und wir auf der Glückswolke davon zu schweben drohten, wurden wir wie von Geisterhand manchmal schneller, manchmal langsamer auf den Boden der Realität zurückgeholt. Oder die Zeit der emotionalen Tiefs und des Trübsal-Blasens wurde urplötzlich unterbrochen von unkontrollierbaren innerlichen Freudensprüngen. Nichtsdestotrotz blicken wir erwartungsvoll in die Zukunft. Was hält sie für uns bereit?

Fangen wir nicht gleich wieder mit dem Planen an! Lassen wir uns nicht gleich wieder auf Ziele festlegen. Nicht die Wünsche schon auf Lebensjahrzehnte fortschreiben, sondern behutsam Schritt für Schritt im Jetzt leben. Heute sich freuen, heute das Gegebene annehmen, heute das Traurige erleben – was interessiert denn schon das Morgen? Nicht schon gehen, wenn man noch steht. Den Geist sich am Jetzt erfreuen lassen und den Augenblick genießen.

Vorsätze haben, Ziele haben, Träume haben, ja! Aber wenn sich alles ändert, geschehen lassen, sich nicht dagegen sträuben, sich nicht gegen den Wind stellen. Eigene Grenzen respektieren lernen und dabei die Möglichkeiten, die wir haben (und vielleicht bisher nicht gesehen haben), ausnutzen. Energien und Zeit nicht vergeuden durch Festbeißen. Nicht verzweifeln am Unabänderlichen, sondern dem Guten wie auch dem Schlechten lächelnd ins Auge schauen. Denn es bleibt auch 2007 dabei – es ist Sein Spiel.

Mit den besten Wünschen für das neue Jahr verbleibe ich

Ihre

Gerlinde Glöckner
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