Editorial Ausgabe Juli 2009
Liebe Leserinnen und Leser,
die Urlaubszeit steht bevor, die Stauwarnungen des ADAC erreichen Rekordlänge, die Benzinpreise werden rekordverdächtig, alles so wie gehabt, oder?
Nicht ganz. Urlaub sollte Erholung für Körper und Seele sein. Aber dieses Verhältnis ist in den letzten Jahren in Schieflage geraten. Für den einen Teil tun wir alles, für den anderen fast gar nichts mehr.
Die Zeichen des Körpers, der Erholung braucht, kennen wir alle. Ausgelaugtsein, körperliche Beschwerden, Gereiztsein oder sogar Depressionen geben uns genügend Hinweise, dass wir nun urlaubsreif sind. Sofort legen wir den Schalter um: Sonne, Strand, Party sollen dem Körper wieder Kraft und Ausdauer geben. So weit, so gut.
Aber was machen wir für den anderen Teil, die Seele? Erkennen wir die Zeichen, wenn unsere Seele urlaubsreif ist? Wohl kaum, da uns der Zustand unserer Seele gar nicht bewusst ist. Was macht denn eine Seele, wenn sie urlaubsreif ist? Ächzt und stöhnt sie, macht sie schlapp oder neigt sie eher zu Depressionen? Wir wissen es nicht, weil wir uns nie um ihren Zustand gekümmert haben.
Unsere Seele ist der Teil in unserem Körper, der unsterblich ist und diesen Körper mit „Gottes Atem“ erfüllt. Diese Seele, göttlichen Ursprungs, wird im Lauf eines menschlichen Lebens mit vielerlei Eindrücken, Erfahrungen und Ereignissen „zugemüllt“. Was passiert? Die Stimme der Seele ist kaum noch zu hören, nur ganz schwach hinter all den Wünschen, Forderungen und Eindrücken. So schwach, dass wir sie in unserem Alltag schon gar nicht mehr wahrnehmen.
Urlaub für die Seele heißt daher: aufräumen, klar Schiff machen, den Müll der Jahre mal etwas lichten, der Stimme der Seele Gehör verschaffen. Eine 5-Minuten-Meditation am Morgen schafft ihr ein Wohlfühlklima, ein Innehalten oder Vertiefen in Gott den Ausgleich für die vielen Eindrücke während des Tages. Ein kurzes Gebet oder Danksagen am Abend gibt der Seele das Gefühl, dass wir ihr endlich mal zugehört und ihre Bedürfnisse wahrgenommen haben.
Das ist Urlaub für die Seele, denn eines sollten wir nicht vergessen: Nur die Seele kann die Verbindung zu unserem göttlichen Ursprung aufrecht erhalten und geistige Werte vermitteln. Eine Aufgabe, die in unserer heutigen Zeit mehr denn je gebraucht wird.
Herzlich
Ihre

