Editorial Ausgabe Mai 2007

Liebe Leserinnen und Leser,

am letzten Wochenende feierte meine Nichte ihre erste Heilige Kommunion. Die Kleinen sahen mit ihren Kränzchen und Kleidchen hübsch aus, die Sonne strahlte vom blauen Himmel, es war rundum ein Augenschmaus. Die Kirche war bis auf den letzten Platz gefüllt, und die Aufregung aller war bis in die Haarspitzen zu spüren.

Der Pfarrer hatte eine Tischlampe mitgebracht und erzählte in seiner Predigt von dem Stromkreis Gottes. Die Lampe brennt nicht, bis man den Stecker in die Steckdose steckt. Und auch dann brennt sie immer noch nicht, bis man den Schalter drückt und der Strom fließen kann. Genauso wartet Gott darauf, dass wir den Schalter drücken und die Verbindung zu ihm herstellen. Gott (das Stromnetz) ist immer da, aber solange wir nicht den Knopf drücken, können wir keinen Nutzen von der Anwesenheit Gottes haben. Ich fand das Beispiel gut, skizziert es doch unser Dasein.

Wir alle wissen um und glauben an Gott oder eine göttliche Macht. Wir bitten und beten zu dieser Kraft, versuchen die Verbindung zu bekommen, da wir darin Schutz und Hilfe sehen. Aber sind wir auch bereit, den Schalter zu drücken? Knipsen wir die Verbindung an oder meinen auch wir, dass die Lampe brennen muss, ohne dass wir dafür etwas tun?

Ohne unser Zutun, ohne innere Einheit zwischen Gott und unserer Seele bleibt es dunkel für uns. Wir müssen diese innere Verbindung zu Gott herstellen, und nicht darauf warten, dass Gott den ersten Schritt tut. Den müssen wir machen, Gott macht dann die 99 anderen.

Herzlichst
Ihre

Gerlinde Glöckner
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