Editorial Ausgabe Oktober 2008
Liebe Leserinnen und Leser,
erst vor ein paar Wochen haben wir die letzten Erstklässler in den Ernst des Lebens geschickt: die Schule. Die Schultüten waren randvoll gefüllt mit Süßigkeiten, denn der Schulalltag erfordert Nahrung für die Nerven. 12 Jahre lang geht man heute in Deutschland bis zum Abitur in die Schule. Eine lange Zeit, an deren Ende die Schüler ihre Reifeprüfung ablegen.
Genau wie die Kleinen müssen auch wir Erwachsenen jeden Tag zur Schule gehen – in die Schule des Lebens oder der Erkenntnis.
Dabei beginnt der Weg der inneren Erkenntnis meistens mit einem einschneidenden Erlebnis, das uns nach dem Sinn des Lebens fragen lässt. Danach beginnt die Suche, eine lange Suche, die uns immer wieder zwingt, uns mit uns selbst auseinander zu setzen. Das sind die Prüfungen, die nach unserem Erkenntnisstand fragen: Was haben wir aus dem Erlebten gelernt? Haben wir z.B. die Gelassenheit gefunden, um unabwendbare Situationen anzunehmen? Haben wir unsere innere Leere mit Liebe und Verständnis auffüllen können?
Wie auch in der weltlichen Schule gibt es für alle Erkenntnisstufen Lehrer und Lehrerinnen, die Wissen vermitteln können und dafür sorgen, dass man in die nächsthöhere Erkenntnisklasse versetzt wird. Diese Lehrenden haben das Wissen durch eigenes Studium und Erleben bereits erlangt und können es deshalb mit Überzeugung und innerer Stärke dem Lernenden weitergeben. Hier mag vielleicht der eine oder die andere denken, dass ein Fernstudium möglich sein sollte, also ganz ohne Lehrer, und dass es doch möglich sein sollte, sich selbst auf die nächste Prüfung vorzubereiten. Aber jeder Mensch, der schon einmal eigenständig ohne Lehrer für eine Prüfung gelernt hat, weiß, wie viel mehr Mühe es macht und wie viel mehr Disziplin man braucht, um sich den nötigen Wissensstoff anzueignen. Um wie viel einfacher ist es da, das Wissen schrittweise auf dem eigenen Erkenntnisstand aufbauend von einem Lehrer zu erlernen.
Voraussetzung dafür ist allerdings ein guter Lehrer, der weiß, auf welcher Stufe ich stehe, der in mich hineinsieht, Schwächen und Stärken erkennt und gemeinsam mit mir versucht, mich innerlich stärker zu machen. Eine sehr vertrauensvolle Aufgabe, und die Suche nach einem solchen Lehrer erfordert hohe Maßstäbe. Darum kann ein jeder dankbar sein und sich glücklich schätzen, der einen vertrauenswürdigen und kompetenten Lehrer für seinen inneren Weg gefunden hat!
Mit den besten Wünschen auf Ihrem Weg in der Schule des Lebens
Ihre

