Der Mondgruß
Ein meditatives Yoga-Ritual
Seit frühester Zeit hat der Mond als unübersehbares nächtliches Licht die Erdbewohner fasziniert und sie zu Beobachtungen, Fragen und Vergleichen angeregt. Das „Auge der Nacht“ nannte ihn der griechische Dichter Aischylos. Seine wechselnde Gestalt und die Tatsache, dass er meist nur während der Nacht sichtbar ist, verliehen ihm den Nimbus des Geheimnisvollen. Er begleitet den Menschen überall auf der Erde durch die Nacht, die Sphäre des Schlafes und Traumes.
Die verschiedenen Mondphasen machen ihn zu einem trügerischen und wankelmütigen Gestirn, zum Sinnbild für Werden und Vergehen, für Leben und Tod. Der Mond, der mit Empfindungen und emotionalen Erlebnissen in Verbindung gebracht wird, ist ein Symbol des Unbewussten, mit allen darin enthaltenden Wünschen, Sehnsüchten, Hoffnungen und Ängsten. In diesem Zusammenhang können wir den Mond auch als ein Bild für das „persönliche Unbewusste“ (C. G. Jung) bezeichnen. Er eröffnet uns den Zugang zur Traumwelt, zur tiefsten Wesensschicht.
Um die rätselhafte Herkunft des Mondes ranken sich unendlich viele Geschichten. Sie sind stets mit den Schöpfungsmythen der Welt verbunden. Nach einem altindischen Mythos entstiegen Sonne und Mond dem Ozean, der von Göttern und Dämonen gequirlt wurde, um aus ihm den Unsterblichkeitstrank (Amrita) zu gewinnen.
Im Yoga wird der Mond als Prinzip der Stille und des höheren Bewusstseins mit Shiva in Verbindung gebracht.
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