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Als Gott der Yogis sitzt Shiva, der „Mondgleiche“, in tiefster Meditation auf dem Gipfel des Berges Kailash im ewigen Eis des Himalajas.

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Ingrid Ramm-Bonwitt
Der Mondgruß Mythologie, Ursprung, Yoga-Praxis
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Der Mondgruß

Der Mondgruß

Ein meditatives Yoga-Ritual

Der Mondgruß ist ein Ritual aus dem Hatha-Yoga: ein fließender Bewegungsablauf von insgesamt 28 Stellungen, koordiniert mit der Atmung. Im Gegensatz zum Sonnengruß, der eine anregende Wirkung auf den Solarplexus hat, wirkt der Mondgruß insgesamt beruhigend. Er fördert besonders die Konzentration und Stabilität des Geistes und stimmt damit bestens auf die Meditation ein.

Seit frühester Zeit hat der Mond als unübersehbares nächtliches Licht die Erdbewohner fasziniert und sie zu Beobachtungen, Fragen und Vergleichen angeregt. Das „Auge der Nacht“ nannte ihn der griechische Dichter Aischylos. Seine wechselnde Gestalt und die Tatsache, dass er meist nur während der Nacht sichtbar ist, verliehen ihm den Nimbus des Geheimnisvollen. Er begleitet den Menschen überall auf der Erde durch die Nacht, die Sphäre des Schlafes und Traumes.

Die verschiedenen Mondphasen machen ihn zu einem trügerischen und wankelmütigen Gestirn, zum Sinnbild für Werden und Vergehen, für Leben und Tod. Der Mond, der mit Empfindungen und emotionalen Erlebnissen in Verbindung gebracht wird, ist ein Symbol des Unbewussten, mit allen darin enthaltenden Wünschen, Sehnsüchten, Hoffnungen und Ängsten. In diesem Zusammenhang können wir den Mond auch als ein Bild für das „persönliche Unbewusste“ (C. G. Jung) bezeichnen. Er eröffnet uns den Zugang zur Traumwelt, zur tiefsten Wesensschicht.

Um die rätselhafte Herkunft des Mondes ranken sich unendlich viele Geschichten. Sie sind stets mit den Schöpfungsmythen der Welt verbunden. Nach einem altindischen Mythos entstiegen Sonne und Mond dem Ozean, der von Göttern und Dämonen gequirlt wurde, um aus ihm den Unsterblichkeitstrank (Amrita) zu gewinnen.

Im Yoga wird der Mond als Prinzip der Stille und des höheren Bewusstseins mit Shiva in Verbindung gebracht.

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