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Christin Wassely
Gesund mit Meerrettich: Überlieferte Heilrezepte. Äußere und innere Anwendung...
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MEERRETTICH

MEERRETTICH

Das scharfe Antibiotikum

Er kann einen bei der Verarbeitung in der Küche schon mal zu Tränen rühren, der Meerrettich. Lange wurde die vielseitig einsetzbare Wurzel nur als Lebensmittel verwendet. Dabei steckt viel Gutes in ihm, das erst langsam von der Naturheilkunde wiederentdeckt wird. Von Bronchitis über Migräne bis hin zu Verstauchungen kann der Rettich hilfreich sein.

Was ist scharf wie Senf und ähnlich tränenreich zu verarbeiten wie Zwiebeln? Das kann nur Meerrettich sein. Neben Kohl ist er ein klassisches Wintergemüse. Bekannt ist er auch unter den Namen Bauernkraut, Bauernsenf, Greinwurzel, Kren, Pfeffer-, Pferde- und Scharfwurzel. Der grüne japanische Meerrettich ist auch als Wasabi bekannt. Wasabi ist oft Bestandteil von Sojasaucen oder Speisewürze für traditionelle japanische Gerichte. In Europa ist er nur als grüne Paste im Asialaden erhältlich. In seinem Ursprungsland wird Wasabi auch zur Behandlung von Darmparasiten und des gefährlichen Fuchsbandwurms verwendet.

Meerrettich ist eine anspruchslose Pflanze, die ursprünglich in der Ukraine beheimatet ist, wo sie bis heute wild wächst. Der Kreuzblütler ist hierzulande seit dem 12. Jahrhundert bekannt und wurde als Heil-, Gewürz- und Gemüsepflanze verwendet, obgleich er noch nicht im großen Stil angebaut wurde. Ab 1650 kultivierte Markgraf Ludwig Wilhelm von Baden eine von seinen Feldzügen gegen die Türken mitgebrachte Rettichsorte in seinen Hofgärten und sorgte so für seine Verbreitung. Heute wird der Bedarf weitgehend durch den einheimischen Bestand gedeckt, der vor allem im Spreewald, der Ortenau und in Forchheim bei Nürnberg zwischen Oktober und April geerntet wird.

Zum Verzehr eignen sich die länglichen leicht angerauten Blätter ebenso wie die Wurzeln, die bis zu 60 cm lang und 6 cm dick werden können.

Blätter wie Wurzeln weisen den charakteristischen scharfen senfigen Geschmack auf, der sich allerdings schnell verflüchtigt. Je mehr Zeit die Wurzeln in der Erde verbringen können, desto milder sind sie im Geschmack, da sie das dafür verantwortliche Senföl absorbieren. Industriell verarbeiteter Meerrettich, der im Glas oder in der Tube in den Handel kommt, behält durch die maschinelle Verarbeitung seine Schärfe, ist dann allerdings auch nicht mehr pur, sondern nur mit Aroma- und Konservierungsstoffen, Pflanzenölen, Säuerungsmitteln, Salz und Zitronensäure versetzt erhältlich. Die schlanken, meist holzigen Seitenwurzeln sind ungenießbar, eignen sich aber hervorragend als Setzling für die Nachzucht. Pflanzt man sie in die Nähe von Kartoffeln, stärken die in den Rettichwurzeln enthaltenen Substanzen die Abwehrkräfte der Erdäpfel.

Frischer Meerrettich hat eine glatte Schale. Exemplare mit bereits schrumpeliger Oberfläche sind meist verholzt und sollten nicht verwendet werden.

Je mehr Zeit die Wurzeln in der Erde verbringen können, desto milder sind sie im Geschmack, da sie das dafür verantwortliche Senföl absorbieren.

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