Schokolade
Süße Verführung für die Sinne
Wer hätte gedacht, dass ausgerechnet eine Süßigkeit konzentrationsfördernd und stressmindernd wirkt? Das fanden kürzlich amerikanische Forscher heraus. Der in Schokolade enthaltene Kakao weist einen erstaunlich hohen Anteil an phenolischen Pflanzenstoffen – so genannten Flavonoiden – auf. Diese Bestandteile finden sich auch im Traubensaft und Rotwein. Nach einer Studie von Carl Keen (Universität Davis/Kalifornien) senkt Kakao dadurch die Produktion von Thrombozyten. Diese Blutplättchen können Pfropfen bilden und so einen Herzinfarkt oder Schlaganfall auslösen. Eine kleine Einschränkung gibt es allerdings: Die Bitterschokolade muss es sein. Denn in der allseits beliebten Vollmilchschokolade ist zuwenig und in weißer Schokolade überhaupt kein Kakao enthalten.
Der Göttertrank
Um die anregende und stärkende Wirkung des Kakaos wussten schon die Maya. Das bittere Gebräu, das sie damals zu sich nahmen, war mit scharfen Gewürzen vermischt. Zucker kannte das alte Volk nicht. Der Aztekenherrscher Montezuma soll den Trank der Götter krügeweise zu sich genommen haben. Im Mexiko vorspanischer Zeit nahm die Kakaopflanze auch einen wichtigen Platz in rituellen Handlungen ein. Sie symbolisierte die Himmelsrichtung Süden. Die Kakaobohnen verwendeten Schamanen vor allem als Bestandteil ihrer Heilungszeremonien, beispielsweise bei Husten, Fieber oder während der Schwangerschaft. Bei den Azteken standen die kleinen Bohnen so hoch im Kurs, dass sie neben Goldstaub auch ein beliebtes Zahlungsmittel waren.
Heilende Wirkung
Seit die Schokolade mit den spanischen Eroberern nach Europa gelangte, umspannt ihre Geschichte Epochen, Länder und alle Gesellschaftsschichten. Anfangs war sie noch ein dem Adel vorbehaltener Luxusartikel. Im 17. und 18. Jahrhundert wurde Schokolade gern als Arznei und Aphrodisiakum verwendet. Um die anregende Wirkung noch zu verstärken, gab man häufig noch Wein hinzu. Erhältlich war die Schokomedizin inzwischen auch in fester Form und in der Regel nur in Apotheken zu unerschwinglichen Preisen.
Der Kakao der Bitterschokolade weist einen hohen Anteil an phenolischen Pflanzenstoffen auf. Dadurch senkt sich die Produktion von Thrombozyten, die einen Herzinfarkt oder Schlaganfall auslösen können.
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