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Auslese der Stängel in Darjeeling. Foto: Teeverband

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Jörg Theilacker
Kursbuch Heiltees
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TEE

TEE

vielseitiger und Gesund Genuss

Kein Getränk ist so vielseitig und gesund wie der Tee. Von England über Indien bis China und Japan hat er ganze Kulturen geprägt. Seine Geschichte ist rund 5000 Jahre alt. Ursprünglich nur als Heilmittel verwendet, entdeckten ihn später die Genießer. Heute weiß man die positive Wirkung des Tees auch in der Kosmetik zu schätzen.

Der Legende nach soll der chinesische Kaiser Chen Nung im Jahr 2.737 v. Chr. mehr durch Zufall den Tee entdeckt haben, als er mit einer Schale heißem Wasser unter einem wild wachsenden Teestrauch saß. Ein paar Blätter fielen in die Schale und der Kaiser stellte überrascht fest, dass er sich angenehm erfrischt fühlte, als er davon einige Schlucke nahm.

Im Reich der Mitte wussten die buddhistischen Mönche seine anregende Wirkung zu schätzen und tranken Tee als Energiespender für ihre Meditationen. Die Blätter des Strauchs verwendete man fast ausschließlich als Heilmittel. Es hieß, sie sollten die Sehkraft verbessern und erhalten, Müdigkeit vertreiben und bei Kopfschmerzen helfen.

Im Laufe der Jahrhunderte wurde Tee für die Chinesen zum täglichen Nahrungsmittel. Dabei werden bis heute vor allem Grüntee oder aromatisierte Mischungen mit Jasmin-, Rosen- und Lycheegeschmack bevorzugt. Von Mao Tse-tung heißt es, er habe wie viele seiner Landsleute nie die Zähne geputzt, dafür aber mehrmals täglich seinen Mund mit grünem Tee ausgespült. Mittlerweile ist wissenschaftlich nachgewiesen, dass die darin enthaltenen Fluoride und Gerbstoffe Karies vorbeugen und Fette auf den Zähnen beseitigen. Die Gerbstoffe bilden einen Schutzfilm auf den Zähnen und entziehen den Karies-Bakterien somit den Nährboden. Je nach Sorte können Tees bis zu 2 Milligramm Fluoride pro Liter enthalten, im Vergleich zu einer fluoridhaltigen Zahncreme mit 3 bis 4 Milligramm pro Tube.

Ritual und Zeremonie

Anders als beim Kaffee ist der Teegenuss in vielen Kulturen mit Ritualen verbunden. In Japan beispielsweise wird die Zubereitung kunstvoll zelebriert. Eine solche Teezeremonie kann vier Stunden und länger dauern.

Grundlage dafür war die chinesische buddhistische Meditationsschule, aus der sich später der japanische Zen-Buddhismus entwickelte. Die Zen-Mönche waren die ersten, die in Japan Teegärten anlegten. Jeder Handgriff und jede Bewegung bei einer Teezeremonie sind festgelegt. Zum Beginn durchwandern die Gäste auf einem „Tee-Pfad“ diese Gärten, um den Geist zu leeren und die Belastungen des Alltags hinter sich zu lassen.

Nicht ganz so spirituell unterlegt und trotzdem nach festgelegten Regeln bereiten die Ostfriesen ihr liebstes Heißgetränk zu. Dabei spielen ein „Sahnewölkchen“ und Kandis oder „Kluntje“ eine wichtige Rolle. Letzterer kommt zuerst in die Tasse, die zu zwei Dritteln mit heißem Tee gefüllt wird. Die ungeschlagene Sahne lässt man schließlich vom Rand in den Tee gleiten. Umrühren ist streng verpönt.

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