THAI YOGA MASSAGE
Verspannungen und Blockaden lösen
Die Thai-Yoga-Massage kombiniert Elemente des Yoga, Ayurveda und der Meditation mit dynamischer Körperarbeit. Die alte asiatische Heilkunst ist eine Ganzkörperbehandlung, die Muskelverspannungen löst, Kreislauf und Immunsystem stärkt, dabei gleichzeitig die energetische Harmonisierung des Körpers fördert. Kam Thye Chow, der in Thailand lernte und inzwischen im Montreal lebt, macht diesen dynamischen Therapieansatz nun auch im Westen bekannt. „Der Behandelte profitiert von der heilsamen Wirkung der Hatha-Yoga-Übungen, in die er von seinem Meister geführt wird“, so Kim Thye Chow.
Die indische Yoga-Philosophie geht von 72.000 Energielinien aus, durch die das Prana (die Lebensenergie) fließt. Die Thai Yoga Massage konzentriert sich nur auf zehn dieser Linien, die Sip Sen genannt werden. Sie verbinden die Marmas (Druckpunkte). Mit Händen und Daumen stimuliert der Therapeut diese Punkte. Durch Dehnen und Massieren der Sip Sen bauen sich Spannungen ab. Dadurch wird der Körper beweglicher. Die Therapie eignet sich besonders bei Schmerzen im unteren Rückenbereich, Arthritis, Verdauungsstörungen, Menstruationsbeschwerden oder Kopfschmerzen. Zurzeit gibt es entsprechende Angebote in Europa nur in London. In seinem reich bebilderten Handbuch (siehe Buchtipp in Printausgabe) gibt Kim Thye Chow detaillierte Anleitungen, wie man die Thai Yoga Massage ausführen muss. Die einzelnen Positionen verlangen vom Therapeuten etwas Übung und viel Geduld.
Und so wird’s gemacht:
Masseur und Klient sollten lockere Kleidung tragen. Für die einzelnen Übungen eignet sich eine Yogamatte oder eine dünne rutschfeste Unterlage. Manche Klienten empfinden es als angenehmer, wenn zwischen ihnen und dem Therapeuten bei einigen Übungen (wie z. B. bei obenstehend „Schamponieren“) ein Kissen eingesetzt wird.
Stimulieren der Kopfhaut, lösen von Verspannungen im Kopfbereich
Wenn ein Friseur nach der Haarwäsche die Kopfhaut massiert, stellt sich schnell ein sanftes Kribbeln ein. Die Übung „Schamponieren“ funktioniert ähnlich. Der Therapeut kniet sich hinter den Klienten (siehe Abb. 1) und stützt mit seinem Oberkörper dessen Rücken. Mit den Fingerspitzen massiert er die Kopfhaut, wie beim Einschamponieren. Auf die Art werden auch die Haarwurzeln gestärkt.
Dehnen der Brustmuskulatur
Um Verspannungen und Stauungen im Brustbereich zu lösen, ihn zu dehnen und beweglicher zu machen, eignet sich diese Übung: Der Klient verschränkt die Finger hinter dem Kopf. Der Therapeut stützt mit seinem angewinkelten Bein die Wirbelsäule des Klienten und umfasst dessen Ellbogen. Beim Einatmen des Klienten zieht der Therapeut dessen Oberkörper an den Ellbogen sanft nach hinten, wobei er durch sein Knie Halt gibt. Zwei Atemzüge lang diese Position halten. Beim nächsten Atemzug geht’s wieder zurück in die Ausgangsposition (siehe Abb. 2 hier und Abb. 3 in Printausgabe).
Strecken des Kreuzbereichs, Müdigkeit in Beinen und Füßen vertreiben, Schmerzen im Rücken lindern und Steifheit entgegenwirken
Der Klient liegt flach auf dem Rücken, die Arme liegen leicht neben dem Körper, die Beine sind ausgestreckt und die Zehen zeigen nach oben. Der Therapeut geht vor den Füßen seines Klienten in die Hocke und umfasst dessen Fußballen. Um den Druck auf die Füße verstärken zu können, sollte der Therapeut die Ellbogen gegen seine Knieinnenseiten drücken und die Sprunggelenke vorbeugen (siehe Abb. 4 in Printausgabe). Den Druck in dieser Position zehn Sekunden halten, dann sanft lösen.
Muskelverkrampfungen und Spannungen im Rücken lösen, innere Organe massieren und Nervensystem stimulieren
Der Klient liegt flach auf dem Bauch, die Arme abgewinkelt in Schulterhöhe. Mit gestreckten Armen und geradem Rücken presst der Therapeut seine Handballen beiderseits der Wirbelsäule auf und ab (siehe Abb. 5 in Printausgabe), wobei er sein Gewicht auf das angewinkelte Knie verlagert (siehe Abb. 6 in Printausgabe). Die Druckmassage sollte fünf bis zehn Minuten dauern, wobei Klient und Therapeut möglichst im gleichen Rhythmus atmen. Von Zeit zu Zeit sollte der Klient den Kopf auf die andere Seite drehen, damit der Nacken nicht steif wird.
Wichtig:
Nie direkten Druck auf die Wirbelsäule ausüben. Schwangere sollten sich bei dieser Übung setzen oder die Seitenlage einnehmen.

