Vegetarismus und die Religionen der Bibel

Vegetarismus und die Religionen der Bibel

Barmherzigkeit und Mitgefühl gegenüber Schwächeren sind grundlegende ethische Werte, die von sämtlichen Religionen der Welt hochgeachtet werden. Aber warum werden sie heutzutage nicht mehr auf die Tiere bezogen? Warum fordert keine der großen Religionen der Gegenwart von ihren Gläubigen, mit dem Schlachten und Essen von Tieren aufzuhören?

Wäre es nicht vernünftig anzunehmen, dass Gott, der nur das Beste für seine Schöpfung will, für den Menschen die gewaltlose und gesunde vegetarische Ernährung vorsieht? Und doch wird das religiöse Prinzip des vegetarischen Lebens von den zeitgenössischen Großkirchen meist verkannt, ja oft sogar bewusst heruntergespielt oder geleugnet.

Der französische Dichter und Literaturnobelpreisträger Romain Rolland (1866- 1944) schrieb in diesem Zusammenhang einst: „Die Grausamkeit gegen die Tiere und auch schon die Teilnahmslosigkeit gegenüber ihren Leiden ist meiner Ansicht nach eine der schwersten Sünden des Menschengeschlechtes. Sie ist die Grundlage der menschlichen Verderbtheit. Wenn der Mensch so viel Leiden schafft, welches Recht hat er dann, sich zu beklagen, wenn auch er selbst leidet?“

Die modernen religiösen Institutionen verschließen jedoch ihre Augen vor dieser Sünde, ja manche behaupten sogar in ihren offiziellen Lehrmeinungen, das Schlachten und Schächten von Tieren sei dem Menschen von Gott erlaubt. Wenn wir allerdings die ursprünglichen Lehren der einzelnen Religionen untersuchen, sehen wir, dass das Schlachten von Tieren nirgendwo gutgeheißen wurde. In vielen Religionen war es sogar ausdrücklich verboten.

Und Gott sprach: „Sehet da, ich habe euch gegeben alle Pflanzen, die Samen bringen, auf der ganzen Erde, und alle Bäume mit Früchten, die Samen bringen, zu eurer Speise.“ (Genesis 1,29)

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