Alt-Ägyptische Weisheitslehren
Leben nach dem rechten Maß
Die Weisheitslehren des alten Ägypten haben sich über Jahrtausende hinweg angereichert und erhalten. Ihr besonderer Wert lässt sich daran ermessen, dass die Namen der Lehrer, die sie niederschrieben, eigens mit überliefert wurden, was ansonsten ungebräuchlich war. Manche von diesen Lehrern bekamen geradezu gottgleichen Status, wie zum Beispiel der Heiler und Hohepriester Imhotep. Die Ethik ihrer Lehren verbreitete sich über den ganzen Vorderen Orient und fand nicht nur Eingang ins Alte Testament, sondern auch in die Mönchsregeln vieler christlicher Orden. Auf diese Weise wirken sie bis in unsere Tage fort.
Grundsätzliches
Die alt-ägyptischen Weisheitslehren beschränken sich nicht auf kluge Sprüche und Ratschläge, die das soziale Miteinander regeln sollen, obwohl sie auch diesen gesellschaftlich sehr wichtigen Aspekt umfassen. Sie sind vor allem religiös fundiert und gründen fest im Glauben an Gott (Rê), die von ihm geschaffenen Götter und die von ihm gesetzte Weltordnung (Maat). Die alten Ägypter lebten sehr lange Zeit in dem fraglosen Bewusstsein, in diese höhere Ordnung eingebunden zu sein – oder, wie es an einer Stelle heißt, „gut in Gottes Hand zu sitzen“ (Amenemope = Am). Dieses Vertrauen war die Grundlage ihrer Gottesverehrung und ihres Strebens nach der rechten Lebensweise. Ziel dieses Strebens war es, die ursprüngliche Weltordnung zu erhalten oder dort wiederherzustellen, wo sie durch menschliches Fehlverhalten verletzt wurde. Das Negative, Verwirrung und Chaos Stiftende gehörte zwar grundsätzlich zum Leben und war bezeichnenderweise den Göttern unterstellt, musste aber ständig in Schach gehalten werden. Indem der Mensch sein Verhalten auf die göttlichen Ordnung abstimmte, wirkte er Tag für Tag an der Erhaltung des Kosmos (griechisch: „Ordnung“) mit und damit gleichzeitig auch an seinem eigenen Glück und Wohlergehen im Diesseits wie im Jenseits.
Gott – Welten-Schöpfer und -Erhalter
Gott wird im alten Ägypten als der Schöpfer verehrt, der die Welt durch die Kraft seines Wortes (biblisch: logos) ins Sein rief: „Sei gegrüßt, Herr der Götter, dessen Mund das Schöpferwort hat.“ (Hymnen an Amun-Rê = AR). Aus ihm, dem Ungeteilten und Unteilbaren, ist alles Leben hervorgegangen, das er mit rührender väterlicher Fürsorge erhält, bis hin zum kleinsten Wurm: „Du Einzig-Einer, der machte, was existiert. Aus dem die Menschen hervorgegangen sind, durch dessen Ausspruch die Götter entstanden. Der das Kraut erschafft, das die Herden am Leben erhält, und die Obstbäume für das Menschenvolk. Der hervorbringt, wovon die Fische leben im Strom und auch die Vögel unterm Himmel. Der erschafft, wovon die Mücken leben und die Würmer und Flöhe ebenso.“ (AR) Dank seiner Allmacht und Allgegenwart sorgt er unablässig für die Menschen: „Du Einzig-Einer, mit vielen Armen, der nachts wacht, wenn alles schläft, und der sucht, was seiner Herde wohl tut. Jubel für dich, weil du dich abmühst mit uns!“ (AR)
Um seine Schöpfung zu erhalten, muss Gott sie aber teilweise auch wieder zerstören: „Gott ist ein Baumeister. Er zerstört und erbaut täglich, wenn er in seiner Stunde des Lebenschaffens ist.“ (Am) Dazu gehört auch die Zerstörung von Menschen, wenn sie ihre Aufgabe, die göttliche Schöpfungsordnung mit zu erhalten, nicht erfüllen: „Er hat (durch die Sintflut) seine eigenen Kinder (an Zahl) verringert, als sie planten, sich zu empören.“ (Lehre für König Merikarê = Me)
Gott und Mensch
Die Menschen sind das Ziel des göttlichen Wirkens. Aus diesem Grunde werden sie im obigen Schöpfungshymnus noch vor den Göttern genannt: „Er hat Himmel und Erde geschaffen um ihretwillen. Seine Ebenbilder sind sie, aus seinem Leibe gekommen.“ (Me) Als Gottes Ebenbilder sind sie untereinander gleichrangig: „Ich habe jedermann geschaffen wie seinen Nächsten.“ (Die vier Wohltaten des Schöpfers = VW) Ähnlich den verschiedenen Tier- und Pflanzenarten ist jeder Mensch jedoch als Individuum angelegt: („Sei gegrüßt, Herr der Götter, der die Charaktere unterschied, den einen von dem andern.“ (AR) Darum hat jeder Einzelne auch eine unmittelbar persönliche Beziehung zu Gott: „Gott kennt jeden mit Namen.“ (Me) Da er „in allen Dingen west“ (AR), wohnt er auch in den Menschen und kennt ihre innersten Regungen: „Gott sieht den Menschen ins Herz.“ (Lehre des Anch-Scheschonki = AS) Hier liegt der Keim des Bösen: „Ihre Herzen waren es, die mein Gebot übertreten haben.“ (VW)
„Der Mensch, der dem göttlichen Gesetz entspricht, bleibt nach dem Tode bestehen und wird heil in Gottes Hand.“
Hier wohnt aber auch das Gute: „(Selbst) eine kleine Tugend bleibt Gott nicht verborgen.“ (Papyrus Insinger = PI) Was die Oberhand gewinnt, hängt davon ab, wie weit die Menschen bereit sind, sich an die göttliche Ordnung zu halten und sich der Führung dessen anzuvertrauen, „der jeden Menschen wohl geleitet.“ (Am) Als„Pilot des (menschlichen Lebens-)Schiffes“ (Am) lenkt er das Leben des Einzelnen so, wie es für ihn am besten ist: „Jedes gute Geschick kommt aus Gottes Hand.“ (AS) Eine der wichtigsten Lebensregeln lautet daher: „Leg deine Sache in Gottes Hand!“ (AS)
Schicksal und Bestimmung des Menschen
Das gilt auch für erlittenes Unrecht, für das man nicht selbst Vergeltung üben soll: „Maße dir nicht selbst die Macht Gottes an, als ob es Bestimmung und Geschick nicht gäbe.“ (Am) Besser ist es, kein Öl ins Feuer zu gießen und darauf zu vertrauen, dass Gott sich auf seine Weise um die Angelegenheit kümmern wird: „Zieh dich vor dem Gegner zurück, lass ihn stehen. Gott wird ihm zu antworten wissen.“ (Am) Diese Antwort ist genau genommen bereits in dem Gesetz (s.u.) festgelegt, auf das Gott seine Schöpfung gegründet hat, denn zu dessen wesentlichen Elementen zählt die ausgleichende Gerechtigkeit: „Jede Tat fällt auf ihren Täter zurück (AS).
„(Schon) ein kleines Unrecht kann den, der es begeht, ins Unglück bringen.“ (AS) Darum sollte sich der Mensch auch nicht in falscher Sicherheit wiegen: „Sage nicht: Ich habe keine Sünde’, denn die Sünde ist bei Gott (aufgezeichnet), sie ist mit seinem Finger besiegelt.“ (Am) Spätestens nach dem Tode, beim Jenseitsgericht, erhält er den Ausgleich für seine Taten: „Man bestraft im Jenseits den, der das Gesetz übertritt.“ (Ptahhotep = P) „Wenn der Mensch nach dem Tode übrig bleibt, dann werden seine Taten auf einen Haufen neben ihn gelegt (und auf der Waage der Gerechtigkeit gewogen).“ (P) Wer aber auf Gottes Weisungen hört und sie sich zu Herzen nimmt (s.u.), hat seine Lebensaufgabe erfüllt: „Der Mensch, der dem göttlichen Gesetz entspricht, bleibt (nach dem Tode) bestehen.“ (P) Er kehrt wohlbehalten zu seinem Schöpfer zurück, wo er „heil wird in der Hand Gottes“ (Am) und wieder Teil an dessen Unsterblichkeit hat: „Das Dortsein währt ewig, und wer zu (den Jenseitsrichtern) kommt, ohne Unrecht getan zu haben, der wird drüben sein wie ein Gott, frei schreitend wie die Herren der Ewigkeit.“
Das göttliche Gesetz
Gottes Weisungen sind naturgemäß immer in Einklang mit dem Gesetz (Maat), das er seiner Schöpfung zugrunde gelegt hat. Bezeichnenderweise bedeutet das Schriftzeichen für Maat auch Basis oder Fundament. Dieses Gesetz ist unabänderlich: „Groß ist das göttliche Gesetz, mit dauernder Wirkungskraft, und es wurde seit der Zeit dessen, der es schuf, nicht verändert.“ (P) Es überdauert alle Zeiten: „Am Ende bleibt allein das Gesetz.“ (P)
Mit seinem Gesetz hat sich Gott selbst und den Menschen das rechte Maß gesetzt. Es umfasst sämtliche Lebensbereiche und Handlungen, gilt für den Kosmos so gut wie für Staat und Gesellschaft, für die Rechtsprechung ebenso wie für die ethischen Gebote und religiösen Vorschriften. Wo es nicht eingehalten wird, drohen Unordnung, Chaos und Unheil, denn jedes Zuviel oder Zuwenig richtet nur Schaden an: "Alle Dinge, die sich durch rechtes Maß auszeichnen, machen ihren Eigentümern keinen Kummer.“ (PI) Ein augenfälliges Bild für die Bedeutung des rechten Maßes ist für die alten Ägypter der Nil: wenn er zu viel Wasser führt und über die Ufer tritt, hinterlässt er eine Spur der Verwüstung; führt er zu wenig Wasser, kann er die Felder nicht bewässern und bringt Dürre und Hungersnot. Nur wenn er gleichsam „in seiner Mitte“ bleibt, kann er das Überleben und Gedeihen des Volkes sichern.
Der ideale Mensch
Das altägyptische Ideal der Menschenbildung ist daher der selbstbeherrschte Mensch mit angemessenem Betragen, der sich aus innerer Einsicht in die vorgegebene Ordnung fügt. Dieser ideale Mensch wird als „Schweiger“ bezeichnet. Die Kunst der rechten Rede genoss im alten Ägypten besondere gesellschaftliche Wertschätzung und nimmt in den Lebensregeln breiten Raum ein. Der Schweiger musste ein sicheres Gespür dafür entwickeln, wann er was sagen konnte, ohne unehrlich oder unhöflich zu sein, und wann es besser war, sich bedeckt zu halten: „Sag nichts, wenn nicht der rechte Augenblick dafür ist.“ (AS) „Gib nur gute Rede auf deine Zunge, während das Böse in dir verborgen bleibe.“ (Am) Die Tugend des Schweigers reicht aber noch weiter, denn ebenso wie ein verschwiegener Mensch fähig ist, Dinge wo nötig für sich zu behalten, ist ein selbstbeherrschter Mensch in der Lage, seine Gedanken, Worte und Gefühle gezielt „bei sich zu behalten“ und nicht unkontrolliert nach außen zu ergießen: „Der wahre Schweiger hält sich zurück.“ Aus einer Stelle des Ägyptischen Totenbuchs, wo der Verstorbene bekennt, welche Sünden er unterlassen hat, geht anschaulich hervor, wie der Schweiger sich nicht verhält: „Ich bin nicht aggressiv gewesen, ich habe nicht unbedacht geredet. Ich bin nicht hitzig gewesen, ich habe keinen Streit entfacht, ich habe nie die Beherrschung verloren.“ Dies alles sind Kennzeichen seines Gegenbildes, des „Hitzigen“ oder Heißsporns, der mit seinem unbeherrschten Verhalten nur Schaden und Verwirrung stiftet.
Der mystische Schweiger
Darüber hinaus hat das Ideal des Schweigers aber auch eine mystische Komponente: Er ist nicht nur in der Lage, seine mentalen, psychischen und physischen Energien bei sich zu behalten, sondern kann sie gesammelt nach innen wenden, wo sie nur für ihn selbst und Gott erkennbar sind: „Bete für dich (im Stillen) mit liebendem Herzen, in dem alle deine Worte verborgen bleiben. Dann wird Gott erhören, was du sagst.“ (Ani) Der Anklang an das biblische „Kämmerlein“ ist hier keineswegs zufällig. In der bereits zitierten Hymne, in der die Menschen als Gottes Ebenbilder geschildert werden, wird dieser Ort der inneren Abgeschiedenheit mit einem anderen Bild umschrieben: „Gott hat sich eine Kapelle errichtet zu ihrer Hut, und wenn sie dort weinen, so hört er.“ (Me) Im spirituellen Sprachgebrauch ist dies der Ort (biblisch: „die enge Pforte“ zum Himmelreich), an dem Gott dem Menschen nicht nur zuhört, sondern sich ihm auch in seiner „vollkommenen Gestalt“ aus Licht zeigen kann. Eine Stelle aus den Hymnen an Amun Rê (dem Namen nach der „verborgene Lichtgott“) erinnert stark an eine solche mystische Erfahrung. Dabei „stirbt“ der Meditierende förmlich vor Ergriffenheit dahin: „Herr der Freude, machtvoll im Erscheinen. Die Götter lieben deinen Anblick, wenn deine Strahlen in den Augen (der Menschen) aufglänzen. Deine Vollkommenheit ergreift die Herzen, deine Liebe lässt einem die Arme dahinsinken, deine vollkommene Gestalt lässt einem die Hände erschlaffen, die Sinne schwinden bei deinem Anblick.“ Für den mystischen Aspekt des Schweigers sprechen auch die folgenden beiden Verse: „Der wahre Schweiger steht im Angesicht seines Herrn.“ (Am) „Halte dich an das Schweigen, und du wirst das (ewige) Leben finden.“ (Am) Im gleichen, geistlichen Sinne wurde dieses Ideal offenbar auch von den frühchristlich-koptischen Eremiten und Mönchen (oder „Wüstenvätern“) verstanden, über deren Tugendregeln viele ägyptische Schweigegebote in die Klosterregeln abendländischer Schweigeorden eingegangen sind.
„Alle Dinge, die sich durch rechtes Maß auszeichnen, machen ihren Eigentümern keinen Kummer.“
Die Weisheitslehrer
Um die Tugenden des Schweigers auf allen Ebenen zu entwickeln, bedarf es kundiger Führung. Sie kommt von den Weisen, die das rechte Maß des göttlichen Gesetzes bereits verwirklicht haben. Das zeigt sich vor allem an drei Eigenschaften, die alle miteinander zusammen hängen. „Der Ruhm des Weisen ist Selbstbeherrschung in seiner Lebensweise.“ (PI) Der Weise ist nicht mehr von seiner Wunschnatur getrieben wie der gewöhnliche Mensch und geht daher angemessen mit den Gaben des Lebens um: „Der Tor, der sich nicht selbst beherrscht, wird durch seine Gefräßigkeit in Not kommen. Der Weise bewahrt den Wohlstand, den Gott ihm schenkt.“ (Vgl. PI)
Das zweite Kennzeichen seiner menschlichen Reife ist seine innere Ruhe und Zufriedenheit: „Wenn ein weiser Mann nicht ausgeglichen ist, dann nützt ihm seine Weisheit nichts. Ein Tor, der kein Gleichgewicht hat, ist nicht weit vom Kummer.“ (PI) Denn der Weise findet sein Glück nicht in äußeren Dingen, sondern in sich selbst: „Der eine ist glücklich durch sein Schicksal, der andere ist glücklich durch seine Weisheit.“ (PI) Auch die leidvollen Wechselfälle des Lebens bringen ihn daher nicht aus dem Gleichgewicht: „Jede Krankheit ist traurig, aber nur der Weise versteht es, krank zu sein.“ (AS) Das dritte Kennzeichen des Weisen ist seine geistige Präsenz: „Ein Weiser ist der, der erkennt, was in seiner Gegenwart vorgeht.“ (AS) Erst diese gesteigerte Bewusstheit setzt ihn instand, von innen heraus, intuitiv und spontan, stets angemessen auf die Erfordernisse des Augenblicks zu antworten.
“Gib die Lehre in dein Herz”
Diese Fähigkeit entwickelt sich durch eine geduldige Schulung der Aufmerksamkeit. Der Schweiger übt sie, indem er seine Energien regelmäßig nach innen wendet und in der „Kammer“ seines Herzenskonzentriert. Dieselbe wache Aufmerksamkeit ist auch die Grundvoraussetzung für jede Art von Lernen. Erst die daraus erwachsende Empfänglichkeit macht es dem Schüler möglich, Wissen nicht nur vordergründig aufzunehmen, sondern es „in sein Herz zu geben“. Das Herz ist für die alten Ägypter nicht nur das Erkenntnisorgan des Menschen, sondern sein innerstes Zentrum, sein Wesenskern, der auch nach dem Tode weiter lebt.
Die Lehren, die sich der Schüler eines Weisen buchstäblich „zu Herzen nehmen“ soll, gelten daher letztlich dem Wohl seiner unsterblichen Seele, denn sie beruhen auf dem göttlichen Gesetz. Die Aufgabe des Weisen besteht darin, es zu erkennen und dem Bewusstsein seiner Schüler zugänglich zu machen: „Leih mir deine Ohren, höre, was zu dir gesagt wird, gib dein Herz daran, es zu verstehen. Lass dir meine Worte in Fleisch und Blut übergehen, dann werden sie ein Riegel (der Selbstbeherrschung) ein in deinem Herzen.“ (Am) Die Lehren des Weisen („Vater“) schützen den Schüler („Sohn“) aber nicht nur vor Abweichungen gegenüber dem rechten Maß, sondern machen ihn am Ende frei von allen menschlichen Übeln: „Befolge sie und du wirst glücklich werden, alles Böse wird von dir fern bleiben.“ (Ani) Schließlich kann der Schüler durch sie werden wie sein Meister: „Sieh dir diese (Lehren) an! Fülle dich an mit ihnen, gib sie in dein Herz, werde ein Mann, der sie deuten kann, der sie als (Weisheits-)Lehrer erklärt.“ (Am)
Die Gabe des rechten Hörens
Der Schlüssel zum Heil ist also neben demSchweigen- und Stillwerden-Können das rechte Hören. Es ist „die Grundlage des Erkennens, eine Gnade Gottes. Das Reden vom rechten Verhalten beruht deshalb nicht nur auf Erfahrung, Einsicht und intellektuellem Durchdringen, sondern enthält ein charismatisches Element, das sich mit Inspiration berührt.“ (Pharaonische Lebensweisheit = PhL)
Der Weisheitslehrer Ptahhotep, Autor der ältesten vollständig erhaltenen Lebenslehre, die das Fundament für alle späteren Lehren bildet, beschließt seine Ausführungen mit einer Lobeshymne auf den hörenden “Sohn”. „Wer hört, nicht nur hinhört, sondern verstehend, annehmend lauscht, der ist gehorsam und wird in allen Lebenslagen bestehen. Und wer das tradierte Wissen weitergibt und ihm wenigstens ein Geringes hinzufügt, der gilt als ein von Gott gegebener Sohn.“ (PhL)

