Auf den Spuren des Jesus von Nazareth
Im Gespräch mit Peter Seewald über seine Christus-Biografie
Fotos: Paul Badde (Portrait Peter Seewald), und ITC/VCL (Jesus von Nazareth)
Warum bewegt das Leben und Wirken von Jesus die Menschen auch 2000 Jahre nach seinem Tod noch so sehr?
Jesus ist die beherrschende Gestalt in der gesamten westlichen Kultur. Er hat die Welt mehr verändert als jede Person vor oder nach ihm. Bis heute rechnen wir jeden Tag im Kalender vom Datum seiner Geburt an. Unser Sonn-Tag, der Tag des Herrn, steht für die Neukreation durch Jesus, die Sonne der Gerechtigkeit. Mit Jesus ist etwas in die Welt gekommen, das uns nie mehr wieder loslassen wird. Ohne ihn sähe unser Leben völlig anders aus.
Was hat Sie an dem Projekt gereizt? Schließlich gibt es unzählige Bücher über Jesus.
Ja, aber selbst Gläubige nehmen heute an, die Darstellung der Verkündung Jesu, seines Todes und seiner Auferstehung sei das Ergebnis einer nachträglichen Formung. Die Frage war für mich: Welches Bild von Christus ist das echte und wahre? Was können wir gesichert überhaupt von ihm wissen? Und weiter: Haben wir Jesus nicht auch allzu sehr unseren bürgerlichen Maßstäben angepasst? Haben uns die so eng gewordenen Begriffe von Realität möglicherweise in einen Raum eingesperrt, den sein Licht nicht mehr erreichen kann? Mein Buch bricht das Tabu, dass man das Leben Jesu nicht chronologisch darstellen könne. Dieses Dogma hat unser Christusbild verändert, gewissermaßen vom Großen und Ganzen ins Kleine und Krampfhafte. Die Worte Jesu sind das eine, seine Taten und Zeichen das andere. Erst beides zusammen öffnet uns die ganze, die Meta- und Mega- Botschaft des Christentums.
Die Worte Jesu sind das eine, seine Taten und Zeichen das andere. Erst beides zusammen öffnet uns die ganze, die Meta- und Mega-Botschaft des Christentums.
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