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Dr. Peter Hubral vor dem Motiv aus Persepolis: Der bedrohte Stier symbolisiert im alten Iran Hubral zufolge Wuwei


DIE KUNST DES ANHALTENS IN UNSERER WELT

DIE KUNST DES ANHALTENS IN UNSERER WELT

Was wir von Laozi, Taiji und Plato lernen können

Entschleunigung, Anhalten, Innehalten – dazu stehen heute sogar Topmanager. Prof. Dr. Hubral geht auf die geistesgeschichtlichen Wurzeln der wahren Entspannung ein und weist zugleich auf eine formlose Praxis des Taiji.

Interpretationen der Gelehrten

Viele europäische Gelehrte, Schriftsteller, Denker und Philosophen haben sich Laozi (Laotse, 6. Jahrhundert v. Chr.) und dessen Zeitgenossen Konfuzius gewidmet. Der Universalgelehrte Christian Freiherr von Wolf pries bereits 1721 den sehr tugendhaften und gelehrten Konfuzius als Wiederhersteller der chinesischen Weltweisheit. Ist dies wirklich Konfuzius? Zwar wird nach außen immer wieder Konfuzius hervorgehoben, doch heimlich schätzen die Chinesen eher Männer wie Laozi und Zhuangzi (Chuang-Tzu; ca. 365-290 v. Chr.)

Kein chinesisches Buch hat weltweit mehr Popularität als das Daodejing von Laozi erlangt. Schon im 19. Jahrhundert wurde es dem Abendland erschlossen. Damals postulierte Abel Rémusat (1788-1832) in einem Pariser Akademie-Vortrag eine Verwandtschaft zwischen Laozi, Pythagoras und Platon. Paul Carus (1852- 1919) nennt Laozi einen der merkwürdigsten Denker der Menschheit. Erwin Rousselle (1890-1949) erklärt das Daodejing zu einem einzigartigen Buch der Menschheitsgeschichte. Der evangelische Professor für Altes Testament Julius Grill (1840-1930) schreibt über Laozi: „Es könnte sein, weil er in seiner Zeit nicht ganz verstanden worden ist, seine Zeit überhaupt erst im Kommen ist, dass er nicht ein Mann und ein Name der Vergangenheit ist, sondern eine Kraft der Gegenwart und Zukunft. Er ist moderner als die Modernen und lebendiger als vieles Lebende.“

„Unter den bekannteren Denkern des Fernen Ostens ist wohl keiner, dessen ethische Ideale uns verwandter wären als die des Laotse.“ Hermann Hesse

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