Den Goldenen Wind spüren
Unternehmensführer Prof. Dr. Erhard Meyer-Galow über die Achtsamkeit als Chance
Herr Meyer-Galow, wie kam es zu diesem Ihrem ersten Buch „Leben im Goldenen Wind“?
Mein jüngster Sohn Patrick hat mich dazu angeregt. Ich sprach dann mit meinem Lehrer und Zen-Meister Willigis Jäger, der sagte: „Du musst das Buch aus deiner Erfahrung als Unternehmensführer schreiben, und du musst aber auch über die Thematik von Krankheit und Tod schreiben. Schreibe für die älteren Menschen, die brauchen deine Erfahrung, denn du bist ja nun im letzten Lebensdrittel.“ Und so war das Buch zunächst konzipiert.
Dann kam Roland Ropers ins Spiel, wir haben viel darüber diskutiert und sind übereingekommen, dass das zweite Lebensdrittel als Vorbereitung auf das dritte mit einbezogen werden muss. Es ist jene Phase, wo die Kinder aus dem Haus gehen und man sich fragt: Was mache ich jetzt? So wurde das Opus erweitert, und zum Schluss waren es 650 Seiten. Das Schreiben war für mich wie eine Meditation. Ich habe mich selbst beobachtet, was da aus mir herausgeströmt ist. Wenn ich das Buch heute in die Hand nehme, kann ich kaum glauben, dass ich das geschrieben habe. 2010 war ein Lebensabschnitt, wo sich offensichtlich die angesammelte Lebenserfahrung in Wort und Schrift ausdrücken musste – aus der Sicht eines Topmanagers, aus der Sicht des Schülers von spirituellen Lehrern, aus Sicht der Jungschen Tiefenpsychologie, aus Sicht von Meister Eckhart, aus der Sicht von Naturerfahrung, Musik, Tanz, Kunst, Begegnung usw.
Erfahrungsräume sind mein Meer, auf dem ich segle. Indem ich in sie eintrete und Achtsamkeit übe, spanne ich meine Segel auf. Nur so schaffe ich die Möglichkeit, den Goldenen Wind zu spüren. (Erhard Meyer-Galow)
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