Mit Yoga zum Frieden
Rüdiger Gleisberg spricht mit Sukadev über tiefere Ebenen des Yoga
Sukadev, du arbeitest seit 27 Jahren als Yogalehrer, hast Yoga-Zentren in Kanada, den USA und Europa geleitet und in Horn-Bad Meinberg das größte Yoga-Zentrum Europas gegründet. Würde man eine Biographie über dein Leben schreiben, wäre dann der Titel „Ein Leben für Yoga“ passend?
Ich würde es anders formulieren. Yoga ist für mich eher Mittel zum Zweck, es ist ein Mittel, um Menschen zu helfen, gesund zu werden, Menschen zu helfen, mit sich selbst und ihrer Umwelt besser zurecht zu kommen. Ich glaube auch, dass Yoga dabei hilft, dass Menschen friedvoller werden können, so dass dieser Planet ein friedvollerer Planet werden kann. Und dafür ist Yoga ein ausgezeichnetes Mittel, und dem habe ich dann mein Leben gewidmet.
Wenn wir uns deine Biographie anschauen, dann sehe ich den jungen Volker Bretz, der in gut bürgerlichen, eher konservativen Verhältnissen groß geworden ist. Wie kamst du zum Yoga?
Ich hatte schon als Kind einige spirituelle Erfahrungen, Wahrnehmungen von Lichtern und Engelwesen und von Bewusstseinserweiterungen. Diese sind dann in der Schule etwas weniger geworden. Als ich ins Teenager-Alter kam, habe ich mir Fragen gestellt: „Wer bin ich?“, „Woher komme ich?“ oder „Wohin gehe ich?“ Ich konnte bei meinen Eltern sehen, dass Geld allein nicht glücklich macht, und habe nach etwas Tieferem gesucht. So habe ich erst viele Bücher gelesen, mich mit verschiedenen Philosophien, mit Psychologie und den verschiedenen Religionen beschäftigt und erkannt, dass die mystischen Teile dieser Religionen alle etwas Ähnliches sagen. Ich habe dann gedacht, dass ich so etwas auch erfahren möchte. Und da erschien mir dann Yoga als ein besonders praktischer Weg, der mich sehr angezogen hat. Nachdem ich Yoga geübt hatte, habe ich dann schon bald schöne Erfahrungen gemacht – Erfahrungen von Einheit, von Verbundenheit –, und so ist mein Yoga-Weg immer tiefer geworden.
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