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Schweben wie im Nichts

Schweben wie im Nichts

Rüdiger Gleisberg sprach mit Martin Ewald über den Samadhi-Tank

In den 50er Jahren entwickelte Prof. John Lilly in den USA einen mit Salzwasser gefüllten, schallund lichtisolierten Tank, in dem der Proband Zustände erweiterten Bewusstsein erfahren kann. Martin Ewald führte diesen Tank als „Samadhi-Tank“ in Deutschland ein und entwickelte ihn weiter.

LILLY UND ERWEITERTES BEWUSSTSEIN
Du hast den Deprivations-Tank von Lilly weiterentwickelt und „Samadhi-Tank“ getauft. Spielte bei der Namensgebung deine Beschäftigung mit Yoga eine Rolle?

Nein, eigentlich hat Lilly schon den Tank „Samadhi-Tank“ genannt, da er selber durch seine Erfahrungen mit dem Tank solche Zustände erreichte. Lilly hat sich auch mit der Gehirnfrequenz beschäftigt und festgestellt, dass Theta- und Delta-Ketten im Gehirn während eines Tank-Aufenthalts auftreten – wie bei den meditierenden Mönchen. Deshalb kam er auf den Begriff „Samadhi-Tank“.

In dem amerikanischen Kult-Film „Altered States“ (deutsch: „Der Höllentrip“) experimentiert der Protagonist, ein Psychologe, mit dem Tank und dringt nach und nach in immer tiefere Bereiche des Unterbewusstseins vor. Hier wird die in den 60er Jahren beliebte Hypothese, alle humanen Entwicklungsstufen seien in unserem Unterbewusstsein als Erinnerung existent, aufgegriffen. Hältst du solche Erfahrungen für möglich, kannst du die These mit deinen Erfahrungen stützen?

Ja, die kann ich unbedingt stützen. Wir wissen, dass der Tank wie ein Spiegel ist oder wie eine Leinwand, auf die ich mich selbst projiziere und auf der ich mich gleichzeitig wieder betrachten kann. Das ist in einem Zustand, den man auch Deprivation (Entzug von äußeren Sinnesreizen) nennt, durchaus zu erwarten. Er wurde auch zur Folter eingesetzt, da man ja keine andere äußere Veränderung hat als jene, die man in einer kleinen, dunklen Kammer wahrnimmt. Wir wissen aber auch, dass Menschen, die tagelang in Bergwerken eingeschlossen waren, in der Dunkelheit ihre Ausgänge, ihre Rettung und Licht gesehen haben; die Erlebnisse sind also auf allen Ebenen ähnlich. Das heißt, wir müssen einerseits ein kollektives Bewusstsein haben für bestimmte Phänomene und andererseits die Daten abgespeichert haben, die für jeden Menschen und seine individuelle Entwicklung aus seiner Kindheit heraus spezifisch sind.

„Schwerelosigkeit heißt auch: getragen werden; getragen werden heißt Sicherheit – Sicherheit, die wir aus dem Mutterleib kennen.“ Martin Ewald

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