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Serie: Weltreligionen Teil 4

Serie: Weltreligionen Teil 4

Der Islam - Zwischen Schwert und Poesie

VISIONEN stellt in fünf Teilen die Weltreligionen vor. Judentum, Christentum und Islam, Hinduismus und Buddhismus. Was sind die zentralen Inhalte, was die Unterschiede und die Gemeinsamkeiten? Ein Beitrag zum interreligiösen Dialog, zum besseren gegenseitigen Verstehen und hoffentlich auch zu mehr Frieden auf der Erde.

Der Islam ist nach dem Christentum mit über einer Milliarde Gläubigen weltweit und über drei Millionen Muslimen in Deutschland die zweitgrößte Weltreligion. Aufgrund der aktuellen Konflikte ist es dringend nötig, den Islam als Religion ernst zu nehmen und seine Glaubensanhänger zu verstehen.

DIE SITUATION HEUTE

Den Islam zu verstehen erweist sich heute als politisch notwendig. Viel zu lange wurde der offene Dialog zwischen den drei westlichen Religionen vermieden. Die Wertvorstellungen und Lebensweise der Juden und Christen im kapitalistischen Westen sind der islamischen Einstellung zutiefst zuwider. Muslime empfinden zum Beispiel die auch in ihren eigenen Ländern allgegenwärtigen TV-Werbespots mit halbnackten Frauen als grobe Verletzung ihrer Ethik. Die Mohammedkarikaturen brachten das Fass zum überlaufen.

Viele Muslime fühlen sich von einem alles vereinnahmenden Materialismus überrannt und gedemütigt. Und sie sind vom Koran geradezu aufgerufen, sich dagegen zu wehren. Durch den „Jihad“ (Dschihad) – den Heiligen Krieg. Das ist der zur Zeit am häufigsten verwendete und bedrohlichste islamische Begriff. Im Koran bezieht er sich vor allem auf die Anstrengung der Gläubigen, allen Versuchungen und Anfechtungen innen und außen zu widerstehen. Einige islamische Gelehrten rufen zu Gewaltlosigkeit auf. Die Projektion auf äußere Feinde ist – wie wir alle aus Erfahrung wissen – stets nahe liegender und bequemer, als sich mit eigenen Emotionen wie Angst, Wut, Hilflosigkeit, Gier und Stolz aus einander zusetzen.

Andererseits kämpfte Mohammed selbst auch mit dem Schwert und setzte dadurch den Islam in der Welt durch. Der berühmte Sultan Salladhin bekämpfte die Kreuzritter unter dem Schlagwort „Jihad“. Und nun verstehen Osama bin Laden und fundamentalistische Islamisten in 60 Ländern ihren terroristischen Kampf gegen die USA und den kapitalistischen Westen als „Neo-Dschihad“.

„Gott führt irre, wen Er will, und Er leitet recht, wen Er will“ (Koran, 14,4)

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