Teil 1: DIE SKULPTUREN VON SABRINA FOX
Ein Wochenende im Juni. Vor zwei Wochen war ich Sabrina auf dem Rainbow-Spirit-Festival in München begegnet. Wir waren beide zur Podiumsdiskussion über „Spiritualität im Alltag“ eingeladen. Ich fand sie sehr sympathisch in ihrer unkomplizierten offenen Art, auch wenn ich keinen Draht zu Engeln habe. Sie überreichte mir einen Flyer über eine Art Kunstausstellung, an der sie auch beteiligt sei. Auf den ersten Blick erschien es mir wie eine verrückte Kombination von Gärtnerei und Bildender Kunst. Höchst interessant! Wachsen Kunstwerke womöglich wie Tomaten, Sonnenblumen oder Pilze, und das am besten in Gewächshäusern?
Nun bin ich hier, im Norden von München, im sogenannten Botanikum. Eine weitläufige Anlage von wenigstens 30 Gewächshäusern mit Wegen und viel Grün dazwischen, Bäume, Hecken, Bambus. Dem Lageplan auf der Broschüre und auf den aufgestellten Schildern ist zu entnehmen, dass ein großer Teil der Gewächshäuser von etwa 30 KünstlerInnen als Atelier genutzt wird. Sie malen, fotografieren, modellieren, gestalten Schmuck oder ganze Landschaften. Es gibt auch Performances. Morgen, Sonntag Nachmittag, soll ein Spaghettifeld gemäht werden. Zigtausende von ungekochten gelben dünnen Spaghetti stehen dort dicht an dicht und bilden tatsächlich ein Feld, ein großer Rasenmäher steht einsatzbereit davor.
Inzwischen habe ich das Gewächshaus-Atelier, wo Sabrina Fox modelliert, gefunden. Sie ist in ein Gespräch vertieft – wie ich bald erfahre mit anderen Künstlern, mit denen sie sich das recht geräumige Atelier teilt. Sabrinas Skulpturen faszinieren mich auf Anhieb. Da sind gleich vorne im Eingangsbereich die zerfließenden Gesichter mit dem eigenartigen.
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