VON DER ANTIKE ZUM MITTELALTER TEIL 2:
Der Baum dient als Modell und Symbol für vieles, so auch für geschichtliche Entwicklungen. Wir kennen alle den Stammbaum der Familie in der Ahnenforschung oder Heraldik und den Stammbaum der Arten nach Charles Darwin. Im Stammbaum des Lebens auf der Erde, angefangen bei den ersten Einzellern bis hin zu den Säugetieren und Primaten, bildet die Entwicklung des Menschen einen dünnen Ast. Seine Geschichte der vergangenen Jahrtausende ist im Vergleich zur Milliarden Jahre alten Geschichte des Lebens allenfalls ein kleiner Zweig. Doch auf den kommt es uns an. Wir wollen neue Blätter sprießen und den inneren Lebenssaft fließen sehen. Wir können den kleinen Zweig in unserer Vorstellung getrost zu einem großen Baum machen. Er soll die Geschichte der Menschen seit 2000 Jahren repräsentieren.
Und nun? Wie könnten hier auf wenigen Seiten all die Ereignisse beschrieben werden, die endlose Reihen von Geschichtsbüchern füllen? Die Schicksale unzähliger Menschen – sie sind und werden ungeschrieben bleiben. Doch wir wollen dennoch in diesem Geschichtsund Geschichtenbaum an einigen ausgesuchten Stellen gleichsam Zellproben entnehmen und untersuchen. Wir könnten dabei entdecken, wie der Lebenssaft durch alle Zellen strömt, wie ähnlich sich die Zellen sind, ja: dass wir selbst zu diesem großen Zellverband gehören und alle von ein und derselben Kraft genährt werden.
„Dieselben Anfänge haben alle Menschen, denselben Ursprung; niemand ist vornehmer als ein anderer.“ Seneca
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