WENN LIEBE ZUR EINHEIT FÜHRT
Daniela Jodorf spricht mit Christian Salvesen über ihren aktuellen Roman
Sie winkt mir zu. Zierlich die Gestalt, anmutig der Gang, erster Eindruck nach dem fröhlichen „Hallo“: natürlich, unkompliziert, ein angenehmer Interviewpartner. Wir treffen uns im Biergarten „Zooeck“ in Köln, gegenüber vom Eingang zum Botanischen Garten. Daniela Jodorf schaut mir forsch in die Augen. Sucht sie die Herausforderung? In jedem Fall möchte sie möglichst ohne Umschweife zum philosophisch-spirituellen Kern kommen. Meine erste Frage geht in diese Richtung.
Kaschmirischer Shaivismus
Frau Jodorf, Ihr neuester Roman „Die Meisterschülerin“ skizziert einen bestimmten spirituellen Weg, der hier im Westen noch wenig bekannt ist. Es ist eine indische Tradition, die „Kaschmirischer Shaivismus“ genannt wird. Was hat es damit auf sich?
Ich habe immer nach Philosophien gesucht, die mir Antwort auf meine Fragen geben und die mir meine persönlichen Erfahrungen erklären. Lehren, die auch das Herz ansprechen und die verschiedenen Ebenen des Bewusstseins transparent machen. Die Linie des Kaschmirischen Shaivismus vermittelt die tantrische Sicht des Bewusstseins so, dass Verstand und Herz gleichermaßen befriedigt sind, wissenschaftlich und praktisch. Sie ist wirklich von der menschlichen Erfahrung durchtränkt.
„Die Hingabe ist an die Kraft und das göttliche Selbst.“ (Daniela Jodorf)
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