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Peter Imbusch, Ralf Zoll
Friedens- und Konfliktforschung: Eine Einführung
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Was ist Frieden?

Was ist Frieden?

Serie: Werte und Tugenden (Teil 6)

Alle wollen Frieden, oder nicht? Wann ist Frieden? Wie ist Frieden? Wie fühlt es sich an, im Frieden zu sein, mit sich selbst und allen anderen? Ist Frieden womöglich nur eine abstrakte Idee, ein Wunschtraum, ein unerreichbares Ideal? Christian Salvesen fragt nach.

Äusserer und innerer Frieden

Außen kann Frieden sein, während im Inneren eines Menschen ein Krieg tobt, der im Extremfall auch in tragischer Weise nach außen getragen wird. Wie in dem Fall des Schülers Tim Kretschmer, der in Winnenden 15 Menschen und dann sich selbst erschoss. Umgekehrt kann draußen Krieg herrschen, ja die Granaten können einem um die Ohren pfeifen, doch innen ist Frieden. Der Mensch ist gelassen, klar, bereit zu sterben. Der bekannte Psychologe Victor Frankl erlangte diesen inneren Frieden als jüdischer Häftling im KZ angesichts des Todes.

Es gibt also keinen notwendigen Zusammenhang zwischen dem äußeren und dem inneren Frieden. Dennoch: Meist wirkt sich der äußere Frieden positiv auf die einzelnen Menschen und ihre Gefühle aus. Und umgekehrt strahlt ein friedvoller Mensch auf seine Umgebung aus.

Zunächst wollen wir festhalten, dass Frieden ein bestimmter Zustand in einem System ist. Das System kann global alle Nationen umfassen, und dann sprechen wir von einem Weltfrieden. Es kann aber auch eine einzelne Nation, eine Stadt- oder Dorfgemeinschaft, eine Familie oder eben der einzelne Mensch sein, die sich in Krieg oder Frieden befinden. Wie gesagt: Frieden ist der angestrebte Wert. Und die Tugend dazu heißt Friedfertigkeit. Ein einzelner friedfertiger Mensch kann viel bewirken. Doch machen wir einen kurzen Ausflug in die Geschichte, um besser zu verstehen, warum und wie Menschen um den Frieden gerungen haben.

„Der Friede ist ein so großes Gut, dass unter den irdischen und sterblichen Dingen nichts dankbarer gehört, nichts sehnlicher erwünscht und schließlich nichts Besseres erfunden werden kann.“ Augustinus (354-430), „De civitate Dei“

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