ARCHITEKTUR UND HARMONIE
Wie ein Gebäude schwingen lernt
Energie
In der zeitgenössischen Architekturdebatte wird der Begriff Energie oft sehr einseitig angewandt. Meistens wird er gleichgesetzt mit dem Heiz- und Elektro-Energiebedarf eines Gebäudes. Ihn gilt es zu minimieren, um ein als besonders nachhaltig anerkanntes Bauwerk zu errichten. Selbstverständlich müssen alle neuen Gebäude unseren derzeitigen technischen Standards zur Stromund Heizenergie-Einsparung folgen. Alles andere wäre fahrlässig und in heutigen Zeiten nicht zu verantworten. Aber sind Niedrig-Energie-, Null-Energie- oder Passivhäuser der Weisheit letzter Schluss? Ich meine, unter nachhaltigem Bauen müssen wir mehr verstehen: Unsere Häuser müssen vor Energie nur so strotzen und regelrecht in die Umgebung ausstrahlen.
Seit Vitruv (röm. Architekt, 1. Jahrhundert v. Chr.) und seinem Werk „Zehn Bücher über Architektur“ wissen wir von wohlproportionierten Räumen und deren Auswirkungen auf das menschliche Wohlbefinden. Denn das, was uns umgibt, hat einen unmittelbaren Einfluss auf unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden. Und dieser Einfluss kann positiv oder negativ sein.
Du hältst mit einem Körnchen Sand Und einer Blume vom Wiesengrunde Eine ganze Welt in deiner Hand, Unendlichkeit in einer Stunde. (William Blake)
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