Abschied von Hajo Banzhaf
Ich bin sehr fromm erzogen worden. Meine ebenfalls sehr gläubige Großmutt er hatt e mich von Kindheit an immer vor Kartenlegern gewarnt.
Sie waren Banker von Beruf, bevor Sie sich ganz dem Tarot und der Astrologie gewidmet haben. Wie sind Sie zu den Karten gekommen?
Ich war zwölf Jahre lang bei einer Bank beschäftigt. Zum Tarot bin ich mehr durch Zufall gekommen. Ich hatte keine Ahnung, dass es so etwas gibt. Zwar hatte ich mal irgendwo gehört, dass es Kartenleger gibt, aber nichts über die näheren Zusammenhänge. Auf einer Party in München stellte mir ein Freund eine Frau vor, von der er sagte: ‚Die macht Tarot.’ Ich darauf: ‚Was ist denn das?’ Er meinte Kartenlegen. Daraufhin fragte ich sie, ob sie das für mich machen würde. Sie meinte, solange sie in München sei, hätte sie noch einen Termin frei und der wäre am nächsten Tag um Mitternacht. Das fand ich schon mal gut. Also bin ich hingegangen.
Allerdings muss ich sagen, ich bin sehr fromm erzogen worden. Meine ebenfalls sehr gläubige Großmutter hatte mich von Kindheit an immer vor Kartenlegern gewarnt. Bis dahin war Kartenlegen immer nur verbunden mit Auto-Quartett und Schwarzer Peter. Ich habe nie ganz verstanden, was denn am Schwarzen Peter so schlimm war, dass man mit den Karten nicht spielen durfte. Meine Oma beruhigte mich daraufhin und meinte, nein – sie meine Erwachsene, die abends hinter den Bahndamm in ein Haus gehen, wo Karten gezogen würden und wer den Tod zieht, der müsste in den nächsten zwei Wochen sterben. Das war bis zu der Begegnung mit der Kartenlegerin in München mein einziges Wissen über Karten.
Der Küchentisch ist ja der Altar für Tarot-Karten. Es gibt, glaube ich, kein Möbelstück, auf dem mehr Karten gelegt werden.
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