Aussöhnung mit den Eltern und Geschwistern
Frustrationen mit der Mutter
Elfriede hatte im Geburtshoroskop schon einen Saturn-Mond-Spannungsaspekt, der deutliche Frustrationen mit der Mutter aufzeigt. Sie wurde als Kind abgeschoben, zehn Jahre lang bei Verwandten untergebracht und litt darunter viele Jahre lang. Offene Gespräche mit der Mutter waren nicht möglich; diese reagierte entweder hysterisch mit Weinen („Was hätte ich tun sollen nach der Scheidung, ich musste ja arbeiten und Geld verdienen!“) oder ärgerlich („Hör endlich auf mit diesen alten Kamellen, Du hackst dauernd an mir rum!“), und so blieb Elfriede mit ihrem Schmerz wieder alleine. So hart es klingt: Aus astrologischer und karmischer Sicht hat sich Elfriede genau diese Mutter ausgesucht, denn nur so kann sie lernen (wenn auch auf äußerst schmerzhafte Weise), seelische Geborgenheit in sich selbst zu suchen und dort auch zu finden – unabhängig von äußerem Zuspruch. Nach längeren Sitzungen und einer erfolgreichen Therapie (und der therapeutisch notwendigen Epoche des Haderns mit ihrer Mutter) kam sie an den Punkt, an dem sie endlich verzeihen und die Schwäche der Mutter akzeptieren konnte. Ab da ging es ihr erheblich besser, weil sie auch ihre bisherige Partnerproblematik (bisher traf sie nur auf Partner, die sie ebenfalls seelisch enttäuschten und immer verließen) endlich tiefer verstehen konnte.
Autoritätskonflikte mit dem Vater
Alfred besaß in seinem Geburtshoroskop einen Sonne-Pluto-Spannungsaspekt, und ich fragte ihn sofort nach seinem Vater. Der war erfolgreicher Geschäftsmann und verlangte unbewusst ähnliche Erfolge von seinem Sohn. Da dieser eher künstlerisch begabt war und schon als Kind stets gerne vor sich hin träumte, war der Druck des Vaters mit den Jahren immer stärker geworden. Diese strenge Erzie hung hinterließ bei Alfred ein tiefes Misstrauen gegen alle Autoritäten und brachte ihm beruflich arge Machtkonflikte mit Männern. Auch bei ihm waren offene Gespräche mit dem Vater unmöglich, und bei seinen seltenen Besuchen liefen immer die gleichen „Psycho-Spielchen“ zwischen Vater und Sohn ab. Schon bei der Begrüßung, die nie herzlich verlief, fragte der Vater: „Bist Du schon wieder arbeitslos geworden?“ oder „Wenn man nichts Gescheites lernt, wird auch nichts Gescheites aus einem, aber das habe ich ja bei Dir immer gewusst!“
Mit Sonne-Pluto wird viel Wert auf Selbstkontrolle gelegt und auf ein möglichst perfektes Bild nach außen, weil ja die große Angst besteht, dass eigene Schwächen von anderen erkannt oder sofort ausgenutzt werden könnten. Diesen hohen Anspruch stellt man nicht nur an sich selbst, sondern auch an andere Menschen. Schwächen werden bei ihnen schnell durchschaut und unbarmherzig aufgedeckt. Menschen, die irgendwie autoritär wirken, werden nur allzu gerne angegriffen und evtl. „gedemütigt“ (Wiederholungszwang). Und wenn man das nicht selbst auslebt, zieht man Partnerinnen an, die diese Kindheitserfahrungen wiederholen, damit man erneut gedemütigt wird!
Wird die Macht im positiven Fall nicht zu persönlichen Zwecken missbraucht (Täterrolle) und auch nicht in die Opferrolle gedrängt, dann stehen einem Sonne-Pluto-Mensch plötzlich enorme Energien zur Verfügung, die ihn/sie zu besonderen Leistungen befähigt – vor allem in beruflicher Hinsicht. Und dieser Weg ist der höchste Sinn und Zweck dieser Aufgabenstellung im Geburtshoroskop. Doch auch hier ist erst die Stufe des Haderns (meist verbunden mit viel Zorn), des Erkennens in Form einer Therapie und dann die des Verzeihens (Loslassen = Plutoaspekte) ganz wichtig
Geschwisterlicher „Futterneid“
Wer mehrere Geschwister besitzt, kennt auch dieses Problem, denn eines dieser Kinder war entweder für die Mutter oder den Vater das „Lieblingskind“. „Immer wurde meine Schwester/ mein Bruder bevorzugt“ ist ein wunder Punkt bei dem Kind, das an zweiter oder dritter Stelle stand. Es gibt auch viele psychologische Studien, die belegen, in welche Rolle Erst-, Zweit- oder Drittgeborene unbewusst gedrängt werden. Irgendein Kind kommt dabei immer zu kurz (meist Erst- oder Zweitgeborene), und am leichtesten haben es anscheinend die „Nachzügler-Kinder“ (wenn auch nicht auf’s ganze Leben bezogen).
Bei Astrid richtete sich dieser „seelische Futterneid“ auf ihren Bruder. Der war eigentlich einige Jahre jünger, doch er wurde (vor allem von der Mutter) stark bevorzugt, und der Vater war insgesamt zu schwach, um dieses Manko durch mehr Aufmerksamkeit für die Tochter auszugleichen. Die Mutter blockte sämtliche Fragen ihrer erwachsenen Tochter stets unwirsch ab („Was redest Du nur für einen Blödsinn!“). Nach dem Tod der Eltern brach dann auch der Kontakt zwischen Schwester und Bruder gänzlich ab, doch Astrid litt immer noch darunter.
Eine längere Therapie (Hadern, Erkennen und Verzeihen) endete mit dem Entschluss, dem Bruder einen versöhnlichen Brief zu schreiben, den ersten Schritt zu tun. Astrid buchte noch ein Wochenend-Seminar „Familienaufstellung nach Hellinger“ und war fröhlich und guter Dinge. Eine Woche später rief sie weinend bei mir an: Das Nachlassgericht hatte ihr mitgeteilt, dass Ihr Bruder in Australien bei einem Unfall ums Leben gekommen war. Ihr Brief kam „unbekannt verzogen“ am gleichen Tag auch wieder zurück zu ihr. Auch derlei Tragik ist keine Seltenheit und nur eine Aufforderung, Eltern-Kind- oder Geschwister-Probleme nicht auf die lange Bank zu schieben. Die Versöhnung kann sonst nur noch spirituellgeistig vollzogen werden, nicht mehr irdischreal.
Familien-Geheimnisse
Auch sie sind keine Seltenheit, vor allem wenn sich der Geburts-Neptun in den ersten vier Häusern befindet. Da hatte die Mutter ein uneheliches Kind, das ein Leben lang verschwiegen wurde. Da wurde verschwiegen, dass der Bruder des Vaters psychisch krank war und sich selbst umgebracht hatte. Da wurde verschwiegen, dass die Mutter ein späteres Kind abgetrieben hatte usw. usf. Auch wenn niemand in der Familie darüber offen spricht: Die Kinder spüren unbewusst, dass es ein „Geheimnis“ in der Familie gibt, dass man ihnen etwas verschweigt oder anders darstellt, dass Wahrheit und Täuschung eng beieinander liegen.
Bei all diesen Kindern entwickelt sich ein nur schwaches Selbstwertgefühl, und es besteht die Gefahr, dass sie diese Täuschungen bei sich selbst wiederholen. Sie machen dann später sich selbst oder anderen etwas vor, das gar nicht der Realität entspricht. Sie haben es ja nicht anders gelernt, könnte man dazu sagen. Aber auf Täuschung folgt auch nur wieder Enttäuschung, und die tut nochmals weh. Deshalb sollte man auch hier so früh wie möglich versuchen, diese Täuschungen und Lügen herauszufinden, damit man lernt, die Wahrheit in allem aufzudecken. Denn nur Wahrheit führt wiederum zur Erkenntnis, zur Heilung und dann zur Weisheit.
Fazit
Am Ende sollten wir alle friedlich erkennen, dass Eltern niemals perfekt sind und immer unterschiedlich große Fehler machen. Schließlich sind ja auch wir Kinder nur Menschen und nicht perfekt. Unser Schöpfer liebt uns trotzdem!

