DAS AORA-EDELSTEIN-ORAKEL
als energetischer Schlüssel und Erfahrungsweg
Sie haben Geologie und Archäologie studiert. Wie sind Sie von der Wissenschaft zur Spiritualität gekommen?
Um einen wissenschaftlichen Abschluss zu bekommen, musste ich als Wahlfach etwas Kreatives belegen. Ich wählte Kunst. Ich bekam immer mehr Spaß an der Sache. Ich begann mich mit Malerei zu beschäftigen. Parallel belegte ich noch Kurse in Schmuckdesign. Ich wechselte mein Hauptfach und machte meinen Abschluss in Fine Arts. Nach dem Studium arbeitete ich für einige Zeit als Goldschmied, und damit begann der Wandlungsprozess. Ich führte viele Gespräche mit Leuten, die Edelsteine verarbeiteten. So erfuhr ich sehr viel darüber, welche Beziehung sie zu den Mineralien haben. Ich fragte sie aus: Welche Techniken verwendet ihr? was genau macht ihr mit den Steinen? Dann eröffnete ich mein eigenes Geschäft, eine Kombination aus Kunst-Galerie, Schmuckladen und Design-Studio. Das habe ich 20 Jahre lang erfolgreich gemacht. Ein Jahr, bevor ich mein Geschäft aufgab, begann die Arbeit mit Aora.
Um Geologie zu studieren, muss doch schon vorher eine Liebe zu den Steinen da gewesen sein.
Die Faszination kam ehrlich gesagt erst, als ich die Kurse in Schmuckdesign belegte. Wir arbeiteten oft mit normalen kleinen Kieselsteinen oder Kristallen. Aber hin und wieder zeigten sie uns auch wirkliche Edelsteine, damit wir lernten, sie zu bestimmen. Ich habe mich in die Schönheit und die Farben verliebt. Meine Eltern schenkten mir das Werkzeug, um Steine zu bearbeiten, und ich brachte es mir damit selbst bei. Als ich mein eigenes Geschäft hatte, handelte ich nur mit natürlichen Steinen. Bei der Bearbeitung kommt es sehr auf die richtige Technik an, um einen Stein wirklich zur Geltung zu bringen.
Lassen Sie uns über Aora und die erste Begegnung mit ihr sprechen.
Meine Erfahrungen mit ihr begannen in einem Traum, in dem ich mich an einem sehr ungewöhnlichen, gleichsam schönen Ort befand. Von ihm gingen verschieden Tore ab. Jedes dieser Portale war aus einem anderen Edelstein gefertigt. Zu der Zeit war ich besonders fasziniert von Lapislazuli. Also ging ich zur Pforte, die aus diesem Stein war, um sie zu berühren. Plötzlich hörte ich eine sanfte Stimme, die mir sagte, ich soll das lassen. Ich sah mich um und vor mir stand eine sehr zierliche, einfach gekleidete Frau. Sie trug eine Kette, deren Edelsteine ich noch nie zuvor gesehen hatte. Ich bin noch nicht mal sicher, ob sie in der realen Welt tatsächlich existieren. Sie nahm meine Hand und führte mich schließlich durch das Portal. Wenn Sie sich die dazugehörige Karte anschauen, bekommen Sie einen Eindruck davon, was ich gesehen habe. Sie sagte: „Es wird eine Weile dauern, bis du alles verstehst, aber alles was du hier siehst ist real. Dein Bewusstsein gaukelt dir nur vor, dass du in einem Traum bist.“ Ich sah sie in vielen darauf folgenden Nächten und machte immer neue Erfahrungen. Es war wie Schulunterricht. Anfangs erwachte ich mitten in der Nacht und schrieb schnell alles auf, was mir noch in Erinnerung war. Wenn ich dann morgens über die Aufzeichnungen sah, konnte ich kaum etwas davon entziffern. Irgendwann sagte sie zu mir – sie ist sehr bodenständig –: „Leg dir das nächste Mal ein Diktiergerät neben das Bett.“
Haben Sie sich nicht die Frage gestellt, warum Aora ausgerechnet Sie ausgewählt hat?
Natürlich, ich habe sie danach gefragt. Wieso ich, so besonders bin ich schließlich nicht. Sie sagte: „Du hast diese tiefe Liebe zu den Steinen, du kannst gut zuhören und du hast eine sehr sensitive Beziehung zu den Mineralien. Wenn du einen Stein kaufst, suchst du nicht den schönsten aus, sondern den, mit dem dich etwas verbindet.“ Sie sagte, sie wolle durch mich Informationen in die Welt bringen, die den Menschen nicht bekannt sind.
Es gibt so viele Bücher über Edelsteine, aber die sind alle gleich. Du nimmst den Stein XY und legst ihn auf deine Leber. Den anderen nimmst du für deinen Kopf. Sie sagte mir, jeder Mensch ist einzigartig. So wie jeder Edelstein einzigartig ist. Wenn ich einen Stein bei mir trage, hat er eine ganz bestimmte Energie, die bei einem anderen Menschen nicht gleich ist. In den Ratgebern kann man aber immer lesen, dass jeder Stein bei jedem für eine bestimmte Sache einsetzbar ist. Aora wollte, dass die Menschen ein individuelles Gefühl für einen Stein entwickeln, und zwar ohne dass jemand ihnen vorher sagt, wofür der einzelne Stein einzusetzen ist. Es soll ein Erfahrungsweg für jeden einzelnen sein, zu erkennen, wie die Mineralien wirken.
Kommunizieren Sie nur über Ihre Träume mit Aora?
Nein – inzwischen nicht mehr. Die Gespräche haben sich auf eine Wachebene verlagert. Dass die Gespräche das Level wechselten, hat wohl auch damit zu tun, dass sich die Energien veränderten. Es gab Momente am Tag, da bekam ich das Gefühl, ich müsste mich hinsetzen und zur Ruhe kommen, um einfach nur zuzuhören. Es funktioniert ähnlich wie Channeling. Später erfuhr ich, dass es noch andere Menschen gibt, die ähnliche Erfahrungen zur gleichen Zeit machten. Von wegen „ich bin einzigartig“! (lacht). Aora sagte mir, als ich sie fragte, wieso sie mich ausgesucht habe, sie würde viel mit mir arbeiten, aber auch darauf achten, dass mein Ego nicht zu groß wird. Dafür bin ich ihr sehr dankbar.
Warum haben Sie sich entschieden, Karten als Vermittler zu nehmen anstatt einfach nur die Edelsteine auszuwählen?
Nachdem ich durch Aora sehr viele verschiedene Orte kennen gelernt hatte, die ich auf großformatigen Bildern dargestellt hatte, begannen wir darüber zu sprechen, auf welche Weise das Wissen in die Welt gebracht werden sollte. Ich überlegte, was wäre wenn ich die Bilder als Vorlage für Karten nehmen könnte? Würden sie sich durch das Scannen und die digitale Bearbeitung verändern? Ich entschied mich trotzdem dafür, denn ich hatte diese Erfahrungen mit dem Durchschreiten der Edelsteintore. Die Karten sollen auf einer visuellen Ebene wie die Portale wirken. So können die Leute eine Verbindung zu den Steinen herstellen, die Farben und verschiedene Sichtweisen kennen lernen. Dadurch verändert sich der Umgang mit echten Steinen.
Sie haben sich aber gegen Tarot-Karten entschieden.
Anders als beim klassischen Tarot haben die Edelstein-Karten keine positive und negative Bedeutung. Manche Menschen sind davon überzeugt, dass der Opal Unglück bringt. Tatsache aber ist, dass der Opal wie alle Steine in der Realität neutral ist. So wie Geld, das ist auch neutral. Erst indem es benutzt wird, entsteht die Energie. Wie es dazu kam, dass der Opal plötzlich so negativ gesehen wurde, hatte mit Königin Victoria von England zu tun. Keine andere Kultur hat diesem Stein derartiges angedichtet. Aber sie hatte ein wundervolles, kostbares Opalkollier, und als es kaputt ging, drohte sie allen Frauen, wenn sie je einen Opal an ihnen sähe, würden sie des Hofes verwiesen. Nur weil diese eine Frau in England diesen Bann aussprach, hat sich das Vorurteil immer weiter verbreitet.
Um zu zeigen, dass kein Stein von Natur aus eine positive oder negative Bedeutung hat, haben wir uns entschieden, diese auch nicht mit ins Orakel aufzunehmen. Uns interessierte, wie auf verschiedenen Ebenen eine persönliche Verbindung zum Stein stattfinden kann, die allein von dem Benutzer der Karten abhängt.
Wie kamen Sie auf die Legesysteme?
Wie kamen Sie auf die Legesysteme? Während meiner Reisen um die Welt auf der Suche nach Informationen darüber, welche Beziehung die Kulturen zu Edelsteinen haben, begann ich mich mit vedischer Astrologie zu beschäftigen. In der westlichen Astrologie heißt es immer, das ist kein guter Zeitpunkt für eine Reise oder um einen Vertrag zu unterschreiben etc. In der vedischen Astrologie gibt es natürlich auch diese Warnungen, aber es heißt dann, wenn du einen grünen Stein dabei trägst, kannst du die negative Energie binden. Denn der grüne Stein ist mit verschiedenen Energien und Planeten verbunden. Diese Weisheit ist mehr als 5000 Jahre alt. Bei den Legesystemen habe ich mich durch die vedische Astrologie inspirieren lassen. Fünf Jahre lang habe ich recherchiert, um so viele Informationen wie möglich mit einfließen zu lassen.
Wann kann man das Aora-Orakel befragen?
Man kann die Steine als energetischen Schlüssel nutzen. Wenn man das Buch aufmerksam liest und sich intensiv damit beschäftigt, zeigen die Steine Wege, wie wir mit unserem Herzen in Kontakt kommen, wie wir unsere psychischen Sinne schärfen und wie wir die richtige Energie finden. Viele Menschen blockieren ihre Energie zwischen dem ersten und zweiten Chakra. Die Lichtsteine helfen dabei, die Blockaden zu lösen und die Energie höher steigen zu lassen hinauf ins Herz und in die oberen Chakren. Wir haben dieses System als ein sehr persönliches Werkzeug kreiert, das jedem Menschen die Möglichkeit bietet, auf eine Reise zu sich selbst zu gehen. Die Karten können dabei eine Hilfe und eine Führung sein.
Das Interview führte Claudia Hötzendorfer

