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„Bambus und Dao“. Die Symbolik spielt in der Tusche-Malerei eine besondere Rolle. Der Bambus steht für Treue, Tugend, Tapferkeit und Beständigkeit.

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Daoistische Lebenskunst

Daoistische Lebenskunst

Kalligraphie und Tusche-Malerei

Als fünfter Aspekt der Daoistischen Heil- und Lebenskunst folgt nun zum Abschluss unserer Artikel-Serie die Kunst der Kalligraphie und Tusche-Malerei, die bis heute in der chinesischen Tradition gepflegt wird. Alle fünf Aspekte gründen im Dao, dem göttlichen Schöpfungsprinzip und Urgrund allen Seins, und stehen auch zueinander in Beziehung: Die chinesische Heilkunst (VISIONEN 2/05 und 4/05 ) ist eng mit den meditativen Übungswegen Qigong und Taiji quan (5/05 ) verbunden. I Ging (6/05), Feng Shui (1/06 ), Kalligraphie und Tuschemalerei sind Teil der chinesischen Lebenskunst.

Malerei und Kalligraphie

Die Chinesische Schrift ist ursprünglich eine Bilderschrift, deren Anfänge auf die Rote-Keramik-Kultur (ca. 3000 v. Chr.) zurückgeführt werden. Erst zwei Jahrtausende später entstanden schematische Zeichnungen von konkreten Gegenständen, wie Tiere, Berge, Sonne und Mond, so genannte Piktogramme, aus denen sich in einem Abstraktionsprozess die Schrift entwickelte. Das wesentliche Merkmal dieser Piktogramme ist die Einheit von Bild und Schrift. Bild ist Schrift und Schrift ist Abbildung. Hier erkennen wir die Wurzeln der engen Verwandtschaft zwischen Kalligraphie und Malerei. Han Cho (12. Jhdt. v.Chr.) sagt: „Malerei und Kalligraphie reichen zurück bis vor das noch Ungestaltete, über die rein geistige Form in das Unbewusste und das DAO. Man erfasst sie durch Intuition und Gefühl, die jenseits der Grenze des rationalen Verstandes liegen. Malerei und Kalligraphie stehen in subtiler Übereinstimmung mit dem Schöpfungsprozess der Natur und haben dieselben Triebkräfte wie das DAO. Sie wirken durch dynamische Ursprünglichkeit und schöpferische Spontaneität.“ Die polaren Urkräfte des DAO sind Yin und Yang. Aus den Kräften der Kalligraphie und Malerei entstehen durch den Pinsel (Yang) und das Papier (Yin) mittels der Tusche die Bilder, Formen und Zeichen. Die Beschäftigung mit diesen beiden Ausdrucksformen bringt den Menschen in Übereinstimmung mit den Bildungskräften der Natur und dem überindividuellen Lebensprinzip, dem DAO. In besonderer Weise hat schließlich die Begegnung der philosophischen Systeme von Daoismus und Zen-Buddhismus die Kalligraphie und Tusche-Malerei in China und in Japan befruchtet.

Grundsätzliches

Da alle Elemente der Malerei in der Kalligraphie enthalten sind, gilt als traditionelle Regel: Erst die Kalligraphie, dann die Tusche-Malerei, oder sowohl Malerei als auch Kalligraphie. Das ist natürlich in China und Japan eine Selbstverständlichkeit, da die Kinder sowieso als erstes die Schrift erlernen, aus der dann die Kalligraphie, die kunstvolle Schrift in ihren verschiedenen Arten, entsteht. Wenn wir uns im Westen der östlichen Malerei zuwenden wollen, sollte ebenfalls am Anfang das „Schreiben“ der Schriftzeichen stehen, ehe man sich der traditionellen Tusche-Malerei zuwendet. Dazu ist es allerdings notwendig...

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