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Das Leben ist eine Zeremonie

Das Leben ist eine Zeremonie

Ein Gespräch mit dem grönländischen Schamanen Angaangaq

Angaangaq – Ältester und Heiler der Kalaallit-Eskimos Westgrönlands gibt die Jahrtausende alte Weisheit seines Volkes seit Jahren in Vorträgen und Seminaren auf der ganzen Welt weiter. Nun liegt sein erstes Buch vor. Christoph Quarch sprach mit Angaangaq darüber, wie er zum Schamanen wurde.

Angaangaq, was bedeutet es für dich, ein Schamane zu sein?

Ich komme aus einer Familie, die viele traditionelle Heiler hervorgebracht hat. Wir nennen sie Angakkoq. Das ist ein Ehrentitel, mit dem die Eskimos ihre spirituellen Führer bezeichnen – Menschen, die zum Träger der Trommel ernannt wurden, die man als Älteste um Rat fragte, die man aufsuchte, wenn man Heilung suchte. Angakkoq genannt zu werden, ist die höchste Auszeichnung, die einem in Grönland zuteil werden kann. Der Prozess, der mich dahin gebracht hat, war lang und mühsam. Und deswegen erfüllt es mich mit großer Freude, dass ich heute Zeremonien abhalten darf, die in fast 200 Jahren niemand in meiner Familie ausführte. Es geschah zuletzt im Jahre 1821, dass mein Urururgroßvater die Verantwortung auf sich nahm, Schamane zu sein. Er wurde ein berühmter Schamane für ein riesiges Gebiet im Norden Grönlands. Jeder kannte ihn und jeder respektierte ihn. Dass ich nach beinahe 200 Jahren in seine Fußspuren treten darf, bedeutet mir und meiner Familie sehr viel.

Angakkoq genannt zu werden, ist die höchste Auszeichnung, die einem in Grönland zuteil werden kann.

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