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Björn Ulbrich, Holger Gerwin
Die Hohe Zeit – Rituale und Zeremonien für Hochzeiten, Lebensbund und Familie
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Die Hohe Zeit

Die Hohe Zeit

Partnerschaft aus heidnischer Sicht

Wie in jeder religiösen Tradition kennen auch heidnische und naturspirituelle Gruppierungen Hochzeitsrituale und Zeremonien. Die Autoren Björn Ulbrich und Holger Gerwin haben sich auf Spurensuche nach Bräuchen und Riten begeben, um ein Paar in den Stand der Ehe zu leiten. VISIONEN sprach mit Björn Ulbrich, der selbst solche Zeremonien leitet, über eine Partnerschaft aus heidnischer Sicht.

In Ihrem Buch benutzen Sie den Begriff „Eheleite“. Was dürfen wir uns darunter vorstellen?

Das naturspirituelle Menschenleben lässt sich mit vier zentralen Begriffen umreißen: Lebensleite, Jugendleite, Eheleite und Totenleite. Vergleichbar mit dem Jahr, das sich durch die vier zentralen Jahreskreisfeste beschreiben lässt, kann man in diesem Zusammenhang vom Lebensrad sprechen.

Die Lebensleite bezeichnet die Feier zur Geburt eines Menschen, verbunden mit Namensgebung und Taufriten. Der nächste große Abschnitt im Leben ist der Übergang vom Jugendlichen zum Erwachsenen, die so genannte Jugendleite. Wenn sich ein Paar findet, sich entscheidet, zukünftig gemeinsam durchs Leben zu gehen und Kinder zu bekommen, also eine Familie zu gründen, sprechen wir von der Eheleite. Im Idealfall finden nicht nur diese beiden Menschen zueinander, sondern auch zwei Familien oder Clans. Wenn man naturspirituell denkt, kommen da zwei Ahnenlinien zusammen, und es entwickelt sich ein starker Strang in die Zukunft. In traditionellen bzw. traditionell lebenden Gesellschaften ist das noch so. Hierzulande ist die Familie leider oft nur noch in Fragmenten vorhanden. Viele feiern solche Feste überhaupt nicht mehr zusammen oder reden nicht mehr miteinander, kennen sich oft noch nicht einmal. Das letzte große Ereignis wird dann durch den Tod eines Menschen markiert. Der bewusste Tod und damit verbunden die Totenriten sind mit dem Begriff Totenleite gemeint.

Wenn wir über heidnische Zeremonien sprechen, sind diese Verbindungen nicht zwangsläufig an die offizielle Bestätigung des Standesamtes gebunden.

Eine Zeremonie ist dann authentisch, wenn alle frei sprechen, also nicht nur der Leiter des Rituals und die Brautleute, sondern auch die Eltern, Schwiegereltern oder Großeltern.

Wir hoffen, Sie finden diese Vorschau auf den Artikel aus dem Magazin VISIONEN interessant!
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