Die heilende Kraft der Gebete
Jahrhundertelang war das „Gesundbeten“ ein wichtiger Bestandteil der Medizin Europas. Krankheiten, Leiden und kleinere Beschwerden von Mensch und Tier wurden von einem Heiler bebetet mit dem Ziel der Linderung oder im günstigsten Fall der Gesundung der Patienten. Das Heilgebet gab gleichermaßen Schutz und Stärkung.
Diese Tradition ist heute nahezu verschwunden. Nur in wenigen Regionen, wie im Alpenraum, ist sie noch lebendig. Heilgebete werden entweder mündlich überliefert oder in einem Buch gesammelt, das von Generation zu Generation oder vom Heiler zum Nachfolger weitergegeben wird. Die Heilpraktikerin und Therapeutin Monika Herz schrieb die Gebete, die ihr ein alter Heiler namens Lory weitergab, in ein Buch. Er hatte sie zu seiner Nachfolgerin auserkoren.
Das Aufschreiben war dabei eine Art Meditation. „Der Lory und ich haben uns zusammengesetzt, er hat das Gebet vorgebetet und ich habe es in mein Buch hineingeschrieben. Langsam. Meditativ. Besinnlich“, erinnert sich Monika Herz. Denn nur so suche sich ein Gebet seinen Weg in das Herz einer Heilerin oder Heilers, weiß sie. Von dort aus findet es schließlich seinen Weg ins Gedächtnis und in unseren Geist. „Wir können mit dem Gebet ganz wortwörtlich spazieren gehen, es dabei auswendig lernen und es in unser Leben einladen.“
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