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Bruce Upton
Intelligente Zellen. Wie Erfahrungen unsere Gene steuern
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Geist über Gene

Geist über Gene

Der US-amerikanische Zellbiologe Bruce Lipton räumt mit dem Dogma auf, wonach unsere Körper-Biologie durch unsere Gene bestimmt wird.
In seinem neu erschienenen Buch „Intelligente Zellen – Wie Erfahrungen unsere Gene steuern“ (KOHA-Verlag) beschreibt Bruce Lipton, ehemals Zellforscher und Professor an verschiedenen medizinischen Hochschulen der USA, nicht nur die Ergebnisse seiner langjährigen Forschungen mit Stammzellen, er schlägt auch eine Brücke zum menschlichen Alltag und liefert wertvolle Beweise und Hinweise für dessen optimale Gestaltung.

In seinem neu erschienenen Buch „Intelligente Zellen – Wie Erfahrungen unsere Gene steuern“ (KOHA-Verlag) beschreibt Bruce Lipton, ehemals Zellforscher und Professor an verschiedenen medizinischen Hochschulen der USA, nicht nur die Ergebnisse seiner langjährigen Forschungen mit Stammzellen, er schlägt auch eine Brücke zum menschlichen Alltag und liefert wertvolle Beweise und Hinweise für dessen optimale Gestaltung.

Seine Versuche mit enukleierten, also „ent-kernten“ Zellen zeigten,

  • dass die Funktionen der Zelle auch ohne den Kern, der lediglich das Erbgut (Chromosomen) für die Reproduktion der Zellen enthält, reibungsfrei weiterlaufen; und
  • dass die Zelle – auch die kernlose – dank der Zellmembran (der dreischichtigen Außenhülle) intelligent und selektiv auf Reize und Substanzen im Umfeld reagiert und mit dem Umfeld per Signale kommuniziert.
Gene werden nicht automatisch aktiv

Weiter beschreibt Lipton, wie gezielt Gene oder DNS-Abschnitte auf den Chromosomen in Abstimmung auf die Erfordernisse der Zellumgebung erst von der Isolierhülle („Ärmel“) befreit und zur Reproduktion freigesetzt werden. Der Zellmembran kommt also der Steuerstatus eines „Gehirns“ zu, während der Zellkern eher mit den Keimdrüsen zu vergleichen ist.

Gene aktivieren sich also nicht automatisch selbst, sondern dies geschieht selektiv durch die Zellmembran, die bedarfsgerecht auf die schwankenden Einflüsse der Umwelt reagiert. Damit räumt Lipton mit dem genetischen Determinismus auf, wonach die individuelle Zelle wie der individuelle Mensch ohne Wahl und Selbstbestimmung ihren/seinen guten wie schlechten Genen hilflos ausgeliefert ist. Denn: „Auf die Umwelt kommt’s an!“ Liptons Schlussfolgerung daraus: Nicht nur der Forscher sollte der Umgebung der Zellen in der Petri-Schale mehr Beachtung schenken, auch der selbstverantwortliche Mensch kann durch die Gestaltung seines Umfelds, seinen Lebensstil, seine Ess- und Trinkgewohnheiten die Gesundheit seiner Körperzellen zum Guten oder Schlechten hin beeinflussen.

Lipton, der sich selbstironisch als „biologischen Revoluzzer“ bezeichnet, setzt dem aber noch eins drauf, indem er die Quantenphysik, die von der Mehrheit der Biologen immer noch hartnäckig ignoriert wird, ins Feld führt. Die Teilchenphysik zeigt den Zusammenhang von Materie und Energie im Quantenbereich auf: Materie geht in Energie über, und Energie in Materie. Und hier bringt Lipton – welche Kühnheit! – auch noch den Geist ins Spiel: Ähnlich wie Materie und Energie in der Quantenphysik zusammenhängen (Stichwort Interferenz), hängen auch der Geist (Energie) und der Körper (Materie) zusammen, sie beeinflussen sich gegenseitig.

Für Esoteriker, Komplementärmediziner, Yoga-Praktizierende und Meditierende ist das nichts Neues, sondern eine längst durch Erfahrung erwiesene Wahrheit: Der Zustand des Geistes hat einen weitreichenden Einfluss auf den Zustand des Körpers. Aber Bruce Lipton liefert nun von naturwissenschaftlicher, zellbiologischer Seite die Bestätigung für die Macht der Gedanken, Emotionen und Überzeugungen („beliefs“) über das Geschehen in den Körperzellen. So gab er seinem im Mai 2005 in den USA erschienenen Buch den für rein materialistisch und mechanistisch denkende Wissenschaftler provokanten Titel „The Biology of Belief“ – die „Biologie der Überzeugungen“.

Der menschliche Geist – so Liptons Fazit – ist stärker als das genetische Programm, das in den 50 Billionen Zellen des Körpers lagert und auf Aktivierung wartet. Dieses Primat des Geistes vor der Materie ist, wie Lipton bekräftigt, der Schlüssel zu einem autonomen, glücklichen und gesunden Leben.

Für VISIONEN -Leser hat die Redaktion eine Leseprobe aus dem (überraschenden) Kapitel „Bewusste Elternschaft – Eltern als Gentechniker“ zusammengestellt: (ih)

LESEPROBE:

Bewusste Empfängnis und Schwangerschaft

Vielleicht kennen Sie den Ausdruck: „Zu der Zeit wussten deine Eltern noch nicht, dass es dich geben würde.“ In diesem Satz klingen die Vorfreude und das Glück liebevoller Eltern nach, die sich von ganzem Herzen ihr Kind gewünscht haben. Es zeigt sich, dass dieser Satz auch zu den neuesten genetischen Erkenntnissen passt, die nahe legen, dass Eltern ruhig erst ein paar Wochen dieses „Lächeln“ einüben sollten, bevor sie ein Kind zeugen. Die wachstumsfördernde Aufmerksamkeit und der feste Wunsch erzeugen klügere, gesündere und glücklichere Kinder.

Die Forschungen bestätigen auch, dass Eltern schon in den Monaten vor der Empfängnis als „Gentechniker“ ihrer Kinder am Werk sind. In den Endstadien der Eizellen- und Samenzellenreifung findet ein Prozess namens genomische Prägung statt, der bestimmt, welche Gruppen von Genen den Charakter des noch zu zeugenden Kindes bilden werden. Untersuchungen lassen vermuten, dass die Lebensumstände der Eltern während der genomischen Prägung auf den Körper und Geist des Kindes einen großen Einfluss haben. Das ist kein schöner Gedanke, wenn man sich daran erinnert, wie viele Menschen völlig unvorbereitet Kinder bekommen. Thomas R. Verny schreibt in seinem Buch „Das Baby von morgen“ (Zweitausendeins): „Es ist ein Unterschied, ob wir in Liebe, Eile oder Hass empfangen werden, und ob die Mutter schwanger sein will. ... Eltern geht es besser, wenn sie in einem ruhigen, stabilen Umfeld leben, ohne Süchte und mit der Unterstützung von Familie und Freunden.“ Bei den australischen Ureinwohnern ist der Einfluss des Umfelds auf die Empfängnis seit Jahrtausenden bekannt. Bevor sie ein Kind zeugen, reinigt das Paar rituell seinen Körper und seinen Geist. (...)

Es gibt eine Unmenge an Material darüber, wie wichtig nach der Empfängnis die Haltung der Eltern für die Entwicklung des Fötus ist. ... Die Essenz der bewussten Elternschaft ist, dass sowohl Mütter als auch Väter eine wichtige Verantwortung für die Entwicklung gesunder, intelligenter, produktiver und lebensfroher Kinder haben. Natürlich können wir weder uns selbst noch unsere Eltern für die Fehler in unserem eigenen Leben oder in dem Leben unserer Kinder anklagen. Doch die Wissenschaft hat unser Augenmerk zu lange auf den genetischen Determinismus gerichtet, ohne uns den Einfluss bewusst zu machen, den Überzeugungen auf unser Leben haben, geschweige denn wie unser Verhalten und unsere innere Einstellung das Unterbewusstsein unserer Kinder prägen. ...

Programmierung durch die Eltern

Die Bedeutung der elterlichen Programmierung stellt die Annahme in Frage, dass all unsere Eigenschaften, gute und schlechte, durch unsere Gene bestimmt werden. Wie wir gesehen haben, werden die Gene durch unsere Lernerfahrungen in unserer Umwelt geformt, geführt und abgestimmt. Uns wurde beigebracht, dass künstlerische, sportliche oder intellektuelle Begabungen durch die Erbmasse bestimmt werden. Doch wir können so „gute“ Gene haben, wie wir wollen, wenn nicht alles zur bestmöglichen Entwicklung unserer Anlagen getan wird, sondern wir nur Missbrauch, Vernachlässigung oder Fehleinschätzungen erleben, dann wird die Entfaltung dieses Genpotenzials untergraben. Liza Minelli erhielt ihre Gene durch ihre Star-Mutter Judy Garland und ihren filmemachenden Vater Vincent Minelli. Die Höhen und Tiefen ihrer Karriere und ihres persönlichen Lebens entsprechen den Programmen, die ihre Eltern gelebt und in ihrem Unterbewusstsein abgespeichert haben. Wenn Liza mit denselben Genen in einer einfachen, protestantischen Bauernfamilie in Pennsylvania aufgewachsen wäre, hätte dieses Umfeld epigenetisch eine andere Auswahl ihrer Gene angesprochen. Die Gene, mit denen sie eine erfolgreiche Karriere in der Unterhaltungsbranche machen konnte, wären durch die kulturellen Anforderungen einer ländlichen Gemeinschaft vermutlich verborgen oder unterdrückt geblieben.

Ein wundervolles Beispiel für die Effektivität von bewusster elterlicher Programmierung ist der Golf-Star Tiger Woods. Sein Vater war zwar kein herausragender Golfer, aber er tat alles, um Tiger ein Umfeld zu schaffen, in dem er den Fokus, die Fähigkeiten, die Haltung und die Techniken eines meisterhaften Golfers lernen konnte. Zweifellos ist Tigers Erfolg auch dem Einfluss seiner buddhistisch orientierten Mutter zuzuschreiben. Die Gene sind wichtig – aber ihr Potenzial kann nur durch bewusste Elternschaft und reichhaltige Chancen im Umfeld verwirklicht werden. ...

Gene sind Potenzial, nicht Schicksal

Warum gelingt es manchen Kindern, sich trotz schwieriger Umstände gut zu entwickeln? Haben sie „bessere“ Gene? Mittlerweile wissen Sie sicher, dass ich das nicht glaube. Es erscheint mir wahrscheinlicher, dass die biologischen Eltern dieser „Wunderkinder“ ihnen doch in entscheidenden Entwicklungsphasen ein nährendes Umfeld geboten haben.

Für Adoptiveltern bedeutet das, dass sie nicht so tun können, als hätte das Leben ihres Kindes erst begonnen, als es zu ihnen kam. Das Kind wurde vielleicht bereits von seinen biologischen Eltern mit der Überzeugung programmiert, dass es nicht liebenswert oder gar unerwünscht ist. Wenn das Kind Glück hat, erhält es vielleicht an entscheidenden Punkten seiner Entwicklung positive, lebensfördernde Botschaften von seinen Betreuern. Wenn Adoptiveltern jedoch nicht berücksichtigen, dass es bereits eine Programmierung vor und während der Geburt gab, können sie mit Problemen nach der Adoption nicht entsprechend gut umgehen. Das Kind kommt eben nicht wie ein unbeschriebenes Blatt Papier zu ihnen, nicht einmal ein Neugeborenes. Es ist besser, man berücksichtigt die Programmierung und arbeitet, wenn nötig, daran, sie zu ändern.

Sowohl für Adoptiv- als auch für biologische Eltern ist die Botschaft klar: Die Gene der Kinder weisen nur auf ihr Potenzial hin, nicht auf ihr Schicksal. Es liegt an den Eltern, ihnen die Umgebung zu geben, in der sie ihr Potenzial entfalten können.

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