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Kopflos oder selbstbewusst – keine Angst vor der Angst

Kopflos oder selbstbewusst – keine Angst vor der Angst

Rund zehn Prozent der Deutschen leiden an behandlungsbedürftigen Ängsten. Für Außenstehende sind die Befürchtungen, Panikattacken oder Phobien oft nur schwer nachvollziehbar. Dass Platz- und Flugangst, Spinnenphobie oder die Furcht zu versagen einer Therapie bedürfen können, ist den wenigsten bewusst.

Kürzlich war die Autorin dieses Artikels im Rahmen einer Führung auf dem Dach des Kölner Doms. In einem rappelnden Aufzug, in dem sonst die Arbeiter in luftige Höhen aufsteigen, ging es auf 45 Meter hinauf. Oben musste das kleine Grüppchen zwanzig Meter über ein Baugerüst bewältigen, rechts und links nur durch ein Geländer begrenzt. Selbst die routiniertesten Kollegen waren froh, im Dachstuhl des Doms wieder festen Boden unter den Füßen zu haben. Es war wohl mehr der Nervenkitzel als tatsächliche Furcht, die uns beschlich. Eine Kollegin hatte mit dem Hinweis: „Ich leide an Höhenangst“ dankend auf die spektakuläre Aussicht vom Nordturm auf Köln verzichtet. Da sie um ihre Angst weiß, meidet sie Situationen wie diese.

Menschen, die an Flugangst leiden, bevorzugen Zug oder Auto. Und solche, die schnell Platzangst bekommen, vermeiden enge oder überfüllte Räume. Doch nicht immer kann man solchen Situationen aus dem Weg gehen. Ängste und Phobien können die Lebensqualität stark beeinträchtigen.

Angst ist zunächst einmal ein natürliches evolutionsgeschichtlich verankertes Gefühl. Sie schützt uns und warnt vor Gefahren. Sie hält uns davon ab, in Situationen zu geraten, in denen unsere Gesundheit oder das Leben aufs Spiel gesetzt werden könnten. In solchen Momenten löst die Angst bestimmte Reaktionen im Körper aus. Das erhöht die Aufmerksamkeit und Reaktionsschnelligkeit, um die Situation bewältigen oder flüchten zu können.

Angst ist neben der Depression eine der häufigsten psychischen Störungen. Etwa zehn Prozent der Deutschen leiden unter Ängsten, die behandelt werden müssen. Dabei sind Frauen häufiger betroffen als Männer, und junge Menschen öfter als Senioren. Selten liegt der Erkrankungsbeginn nach dem 45. Lebensjahr. Doch ab wann ist Angst mehr als eine natürliche Emotion?

Formen der Angst

Um diese Frage beantworten zu können, muss man die verschiedenen Formen der Angst kennen. Angst- und Panikstörungen unterscheiden sich vor allem in ihrer Häufigkeit. Dabei sind die spezifischen Phobien, z. B. Flug- und Höhenangst oder Angst vor geschlossenen Räumen (Klaustrophobie), am weitesten verbreitet, werden aber nur relativ selten psychiatrisch behandelt. Panikattacken hingegen sind zwar relativ selten, müssen dafür aber in der Mehrheit der Fälle behandelt werden.

Angst: Ein unangenehmes, für viele Menschen elementares Gefühl der Beklemmung und Beengtheit oder Bedrohung, das Flucht- oder Angriffsreaktionen auslöst.
Furcht: Eine Reaktion auf eine bestimmte oder bestimmbare Bedrohung. Beispielsweise kann man sich vor Insekten oder Hunden fürchten.
Phobie: Von einer Phobie spricht man, wenn sich ...

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