Bilder zum Artikel

Cornelia Flatischler an der Nativedrum. Foto: TaKeTiNa Institut

Buchtipps

Reinhard Flatischler
Rhythm for Evolution. Das TaKeTiNa-Rhythmusbuch
- Mehr zum Buch

TaKeTiNa oder Rhythmus ist Leben

TaKeTiNa oder Rhythmus ist Leben

Rhythmen durchdringen alle Bereiche des Lebens. Für Reinhard Flatischler Grund genug, dieses Potenzial zu nutzen. Der österreichische Komponist und Musiker entwickelte TaKeTiNa – ein pädagogisches Konzept, das sich an Therapeuten, Ärzte, Musikpädagogen, Musiker und interessierte Laien gleichermaßen wendet. VISIONEN sprach mit Reinhard Flatischler, der gemeinsam mit seiner Frau Cornelia weltweit Workshops anbietet, über die Anfänge und Einsatzmöglichkeiten von TaKeTiNa.

Was verbirgt sich hinter dem Namen TaKeTiNa?

Gemeint sind damit Rhythmusbilder, die keine Übersetzung haben. Sie sind in einem Prozess entstanden. Als ich in den späten 60ern anfing, das System zu entwickeln, hatte es noch keinen Namen. Es gab nur die Rhythmuserfahrungen und es hieß: „Wir probieren was.“ Damals fragten die Leute mich oft, wann machen wir wieder TaKeTiNa? Ganz offensichtlich blieben gerade diese Silben von allen, die wir so gesungen haben, am meisten hängen. Deshalb haben wir uns für den Namen entschieden. Wenn man diese Silben rhythmisch über einen langen Zeitraum immer wieder ausspricht, kommt man an einen Punkt, an dem sich das auf die Stimme auswirkt. Es ist wissenschaftlich nachgewiesen, dass die Stimme bei einer ständigen Wiederholung bestimmter Silben vom Rationalen ins Motorische übergeht – was sich wieder auf das Denken auswirkt. Wenn sie all diese Silben mal eine Viertelstunde lang rollen lassen, berichten alle Workshopteilnehmer später davon, dass ihre Gedanken versiegen. So werden sie innerlich stiller. Das ist natürlich bei einem Mantra genauso. Nur haben Mantren ja eine religiöse Bedeutung. Mir war es aber wichtig, einen Weg anzubieten, der weder religiös noch kulturell geprägt ist, sondern universell für alle Menschen möglich und zugänglich ist.

Wie hat sich TaKeTiNa zu dem entwickelt, was es heute ist?

Ich hatte nicht geplant, eine Rhythmustherapie zu entwickeln. Vielmehr wollte ich einen Weg finden, wie Menschen Rhythmen erfahren können. Dabei hat sich sehr schnell herausgestellt, dass Menschen auf diese Weise sofort an innerste Prozesse herankommen – weil Rhythmus nicht machbar ist. Man kann zwar ein Pattern (AdR.: das Anschlagen einer Trommel auf bestimmte Weise) einstudieren, daran wird man aber nicht viel Freude haben, weil das schnell langweilig wird. Also habe ich mich gefragt, wie ein normaler Mensch, der keine musikalischen Erfahrungen hat, dazu kommt, eine komplexe rhythmische Struktur zu erfahren, und zwar real körperlich. Mit der Zeit fand ich während der Arbeit mit verschiedenen Gruppen heraus, dass wir Chaos- und Ordnungsphasen im Wechsel erleben. Das ist ein dynamischer Prozess. Wenn ein Anker da ist, wie beispielsweise eine Trommel, kann jemand durch dieses Wechselspiel zwischen Chaos und Ordnung plötzlich in etwas hineinfallen, was als Archetyp existiert, als rhythmische Urbewegung.

Wir hoffen, Sie finden diese Vorschau auf den Artikel aus dem Magazin VISIONEN interessant!
Es würde uns sehr freuen, Sie als neuen Abonnenten des Magazins begrüßen zu dürfen.

AGBCopyright & DatenschutzImpressumKleinanzeige aufgeben