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Teil IV: Lammas - Lughnasad Beginn der Erntezeit

Teil IV: Lammas - Lughnasad Beginn der Erntezeit

„Es muss feste Bräuche geben. Es ist das, was einen Tag vom anderen unterscheidet“, sagt der Fuchs in Saint-Exupérys Der kleine Prinz. Jede Religion und Glaubensrichtung hat ihre Traditionen, Feste und Rituale, die sie im Rad des Jahres feiert. In dieser Serie stellen wir in loser Folge Feste vor, blicken in die Geschichte, die dahinter steht, und machen Vorschläge für Rituale, Dekorationen und Leckereien.

Wieder dreht sich das Rad des Jahres eine Speiche weiter. Im August, wenn das Korn eingebracht wird, Kirschen und Beeren gepflückt werden und Äpfel oder Birnen reif sind, feiern die Bewohner der ländlichen Gegenden traditionell den Beginn der Erntezeit. Ein Ereignis, das viele Namen trägt: Lammas, Lughnasad, Korn- oder Schnitterfest und trotzdem längst nicht so bekannt und verbreitet ist wie Beltane oder Halloween.

Anfang August, wenn der Sommer in Hochform ist, zeigt sich die Natur in ihrer Vielfalt. Die unterschiedlichsten Beerensorten locken, Kornähren wiegen sich im Wind, warten darauf, dass sie abgeerntet werden. Die Äste der Bäume biegen sich mit reifen Äpfeln und Birnen. Obwohl wir heute ganzjährig im Supermarkt ursprünglich saisonale Lebensmittel kaufen können, ist der August im ländlichen Raum und für viele Kleingärtner traditionell die Zeit, in der erste Vorräte für den Winter eingelagert und Marmeladen eingekocht werden.

Dieser Brauch geht auf unsere Vorfahren zurück, die sehr genau wussten, wie lang und hart die kalte Jahreszeit werden kann. Da sie eng mit der Natur und ihrem Glauben lebten, feierten sie im August das so genannte Schnitter- oder Kornfest und damit den Beginn der Erntezeit.

Lughnasad und Lammas

Im keltischen Raum (Britannien, Irland, Gallien und Nordspanien) war es als Lughnasad bekannt. Der Begriff Lughnasad stammt aus dem irisch Gälischen und bedeutet so viel wie „die Spiele oder die Versammlung des Lugh“. Lugh, ein strahlender keltischer Gott, entlockte dem Erdgeist Crom Dubb der Sage nach die erste Ernte. Ihm zu Ehren versammelte man sich und feierte mit gutem Essen und Spielen. Die Feierlichkeiten, die auch dazu genutzt wurden, um Stammesangelegenheiten zu regeln, dauerten nicht selten mehrere Wochen. Der keltische Jahreszyklus wurde durch vier große Feste bestimmt, die den Wechsel der Jahreszeiten markierten. Mit Lughnasad erreicht der Sommer seinen Höhepunkt und ist gleichzeitig Vorbote des Herbstes.

Im christlich geprägten Mittelalter war Lughnasad besser bekannt als Lammas. Ein Begriff, der auf das Angelsächsische hlaef-mass zurückgeht, das „Laibmesse“ oder auch „Fest der ersten Früchte“ bedeutet. Es markiert den Beginn der Erntezeit. Das erste eingeholte Korn wird in der Mühle gemahlen und zu Brot verarbeitet. „Der erste Laib wurde im Zuge des christlich-eucharistischen Rituals geopfert“, erklären Anna Franklin und Paul Mason. Die beiden sind seit vielen Jahren praktizierende Heiden und haben für ihr Buch Lammas (siehe Tipps) ausführlich die Hintergründe des Festes recherchiert.

Im christlich geprägten Mittelalter wurde der erste Laib Brot im Zuge eines christlicheucharistischen Rituals geopfert.

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