Von der Straße auf die Couch
Im Gespräch mit Moderatorin Claudia Ludwig
Fotos: WDR
Was bedeutet Ihnen Tierschutz?
Sehr viel. Ich finde ihn enorm wichtig. Von klein auf habe ich mich schon für Tiere eingesetzt. Ich empfinde es als großes Geschenk, dass ich heute beruflich als Fernsehjournalistin einen Beitrag leisten und mich engagieren kann. Wichtig ist mir allerdings klarzustellen, dass ich mich selbst nicht als Tierschützerin sehe, sondern als Journalistin, die sich unter anderem mit diesem Thema beschäftigt.
Am 4. Oktober ist Welttierschutztag. Helfen solche Deklarationen wirklich, die Menschen für das Thema zu sensibilisieren?
Ich denke, solche Tage auszurufen, schadet nicht. Es gibt ja auch viele andere Thementage. Wenn es die Leute dazu bringt, über Tierschutz nachzudenken, und die Medien verstärkt darüber berichten, ist schon etwas erreicht.
Wir schauen immer entsetzt ins Ausland und prangern den schlechten Umgang mit Tieren dort an. Muss sich nicht auch hierzulande einiges an der Einstellung zur (Wegwerf-) Ware Tier ändern, das eben schnell entsorgt wird, wenn es den Ansprüchen nicht mehr genügt, man keine Lust mehr darauf hat, es krank wird oder Probleme macht?
Ja, unbedingt. Wir versuchen das auch immer in unserer Sendung zu thematisieren. Wir machen zwar viele Auslandsreportagen – das ist mein Spezialgebiet – aber natürlich haben wir auch Probleme, wie beispielsweise das Animal Hoarding, im Blick. Ich habe in meiner Moderation ausdrücklich betont, dass so etwas bei uns in Deutschland, bei jedem in der Nachbarschaft passieren kann. Tiere können tot in einer Wohnung liegen, verhungern oder verwahrlosen.
Solange noch ein Wellensittich in Farbe eingetaucht werden darf, weil der Wert der Kunst höher angesehen wird als der Tierschutz, sind wir sehr schnell an den Grenzen des Tierschutzes angelangt.
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