Wenn nicht jetzt, wann dann?

Wenn nicht jetzt, wann dann?

Handeln statt Aufschieben

Aufschieben – eigentlich tun wir es alle, die einen mehr, die anderen weniger. Die Steuererklärung, die Aussprache mit dem Vater, die Diplomarbeit, der Arztbesuch: unangenehme, langweilige oder schwierige Arbeiten anzupacken kostet nicht nur Selbstüberwindung, sondern verlangt auch eine realistische Einschätzung der Aufgabe, Selbstorganisation und Motivation.

Eine unangenehme Arbeit aufzuschieben hat nicht immer unangenehme Konsequenzen. Manche Dinge stellen sich ja mit der Zeit als nicht notwendig heraus, erledigen sich quasi von selbst. Aber nicht alle. Wenn das Aufschieben einer unangenehmen, aber notwendigen Arbeit jedoch schmerzhafte Konsequenzen hat, wie z.B. handfeste finanzielle oder berufliche Nachteile, stimmten die Einschätzung der Wichtigkeit und Dringlichkeit der Arbeit und damit die Prioritätensetzung offensichtlich nicht.

Verschiedenen Umfragen zufolge haben 40-50 % der Befragten wegen ihres Aufschiebeverhaltens im Studium oder im Beruf bereits Schaden erlitten. Aus Schaden wird man klug, möchte man mit der Volksweisheit meinen. Laut Prof. Joseph Ferrari (DePaul University, Chicago) machen die chronischen Aufschieber jedoch 20 % aller Betroffenen aus. Dabei haben sie nicht nur unter den äußeren Folgen des Aufschiebens zu leiden. In einer deutschen Online-Umfrage (auf www.prokrastination.net nachzulesen) gaben 88 % der teilnehmenden Aufschieber an, auch unter ihrem schlechten Gewissen zu leiden. Der stetig wachsende Druck angesichts der unerledigten Arbeit und des heranrückenden Termins führt zu gravierenden psychosomatischen Beschwerden wie Schlafstörungen (bei 41 %) und Depression (bei fast 70 %).

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