Die Brutalität unter Jugendlichen in den Industrieländern nimmt weltweit dramatisch zu. Der kanadische Psychologe Gordon Neufeld, einer der bekanntesten Bindungsforscher weltweit, bietet in seinem Buch „Unsere Kinder brauchen uns!“
eine spannende Erklärung für diese Entwicklung und zeigt unspektakuläre, aber wirksame Lösungen auf.
Moderne Väter geben sich nicht mehr mit der Rolle des Ernährers der Familie zufrieden, sie wollen sich aktiv an der Erziehung ihrer Kinder beteiligen. Gleichzeitig müssen sie den Anforderungen einer immer hektischer werdenden Berufswelt gerecht werden. – Wie ist dieser Spagat zu schaffen? Fragen an den bekannten Familienforscher Prof. Wassilios E. Fthenakis.
Eltern meinen oft, sie müssten ihr Kind dazu erziehen, sich im Dschungel des Lebens durchzuboxen. Die besten Fähigkeiten, um im Dschungel zu überleben, sind Intelligenz, Einfallsreichtum und innere Stabilität. Kinder entwickeln sie durch Spielen. Und wer sich seine spielerische Ader bewahrt, erlebt auch die Elternrolle als beglückendes „Kinderspiel“.
Sprachlicher Austausch, modern ausgedrückt: verbale Kommunikation, ist entscheidend für die gute Entwicklung menschlicher sozialer Fähigkeiten. Er muss allerdings bereits in der frühen Kindheit beginnen und erlernt werden. Bewusst miteinander verbrachte Zeit ist eine gute Möglichkeit dazu.
Die Großeltern-Rolle ist eine große Herausforderung geworden. Oftmals kollidieren die Erwartungen von Groß- und Kindereltern. Was gilt es zu lernen, damit alle Beteiligten zufrieden sind?
Kreatives Tun ist der natürliche Selbstausdruck unserer Kinder. Dabei spüren sie etwas von ihrem wahren Wesen und entwickeln ein natürliches, gesundes Selbstwertgefühl. Wenn wir aus unserem eigenen Selbst heraus auf sie antworten, werden Kinderzimmer und Küche zu Orten lebendiger Begegnung.
Beim Thema Werte-Erziehung denken wir meist nur daran, was wir unseren Kindern mitgeben können, nicht aber daran, was sie dazu bereits von sich aus mitbringen.„Werte wie Mitgefühl und Gerechtigkeit müssen Kinder nicht lernen, aber sie können sie verlernen, wenn sie in ihrem Empfinden nicht unterstützt werden. Das Wertempfinden der Kinder braucht Bekräftigung, dann bewahrt es seine Kraft.
Gefühle bestimmen unser Leben. Wir sind ihnen aber nicht ausgeliefert, sondern können sie bewusst gestalten. Ein gutes Familienklima hängt wesentlich davon ab, wie klug wir im Alltag mit ihnen umgehen – mit unseren eigenen und denen unserer Lieben. Gefühle bestimmen unser Leben. Sie können es bunt und schön, anstrengend und beängstigend und dann wieder intensiv und freudvoll machen. Erst durch Gefühle wird unser Dasein wirklich lebendig. Auch wenn wir oft den Eindruck haben – wir sind unseren Gefühlen dabei nicht hilflos ausgeliefert. Wir können sie bewusst beeinflussen und gestalten. Alles, was wir tun und denken, wirkt sich auf unsere Gefühlslage aus. Aktivitäten, die wir in Angriff nehmen, Entscheidungen, die wir treffen, und die Art und Weise, wie wir uns, unsere Gefühle und unser Leben betrachten, alles wirkt zurück auf unsere Emotionen. „Erfahrung mit Gefühlen“ heißt, bewusst und klug mit alltäglichen oder besonderen emotionalen Situationen umzugehen.
Gute Eltern wollen ihren Kindern alles bieten, was sie zu ihrer kreativen Entwicklung brauchen: „Yoga für Kids“, Musikunterricht, Ausdrucksmalen, Theatergruppe... Dabei stülpen sie ihnen oft ihre eigenen Vorstellungen über. In der Regel bringt es mehr, Kinder im ganz normalen Alltag in ihrer natürlichen Entdeckungs- und Experimentierfreude zu unterstützen und anteilnehmend zu begleiten.
Die Pubertät ist wie eine zweite Rituale als Flügel fürs Erwachsenwerden Geburt. Im Gehirn findet dabei ein tief greifender Umbau statt. Um mit den damit verbundenen Umbrüchen fertig zu werden, greifen Jugendliche instinktiv auf rituelles Verhalten zurück: die richtige Jeansmarke wird zur magischen Formel und das Handy zum Zauberstab. Bewusst praktizierte Übergangsriten können diese natürliche Neigung nutzen und der Entwicklung Klarheit und Richtung geben. Der Fachbuchautor Peer Wüschner hat ein zeitgemäßes Pubertäts- Ritual entwickelt, das Jugendliche auf dem Weg zur eigenen Mitte tatkräftig unterstützt