DAS FAMILIENLEBEN ENTSTRESSEN
Kreative Lösungen bei Aufräum-, Lern- und anderen Alltags-Problemen
ALLTÄGLICHE KONFLIKTE „Wer hat das Problem?“
Einer der Erziehungsstile, die mir gut gefallen, ist „Love and Logic“ aus den USA (Liebe und Logik). Es geht dabei vorwiegend um zwei Dinge: Eine liebevolle Beziehung zum Kind aufzubauen und zu erhalten, und zweitens dem Kind beizubringen, kluge Entscheidungen für sich und sein Leben zu treffen.
Ein guter Einstieg in dieses Erziehungsprogramm ist es, sich bei aufkommenden Problemen zu fragen, ob dies eigentlich hauptsächlich ein Problem des Kindes ist oder ob das Kind gerade uns ein Problem verursacht. Ist es ein Problem des Kindes, dann liegt unsere Aufgabe darin, Mitgefühl zu zeigen, als Berater zu fungieren und das Kind ganz bewusst aus eigenen Fehlern lernen zu lassen. Nur das Lernen aus eigenen Fehlern ist wirkliches Lernen.
Handelt es sich hingegen um ein Problem, welches das Kind mir verursacht, ist Grenzen setzen angesagt. Mariella Mathia, Heilpraktikerin und Psychologin, die nach dieser Methode arbeitet, sagt dazu: „Jedes bessere Kind wird diese Grenze natürlich nicht einhalten. Und schon dürfen wir wieder Mitgefühl zeigen, denn nun hat wieder das Kind ein Problem, weil wir als Eltern Konsequenzen ziehen werden. Jede Konsequenz aber ist nichts anderes, als dass das Kind die erneute Erfahrung macht, dass seine Handlungen und Entscheidungen Auswirkungen auf sein Wohlgefühl haben.“
Kinder aus Fehlern lernen lassen
Das ist der Schlüssel, dass das Kind lernt, selbst verantwortlich für seine Handlungen und Entscheidungen zu werden. Die Fehler, die es dabei als Kleinkind macht, kosten an Konsequenzen nicht mehr, als dass es mal friert, weil es nichts anziehen will, sich eine Schürfwunde zuzieht, weil es nicht aufpasst oder vielleicht hungrig ins Bett muss, weil es das Abendessen verschmäht.
Hat es im jugendlichen Alter noch immer nicht gelernt, kluge Entscheidungen für sich und sein Leben zu treffen, landet es schnell bei Drogen, schafft keinerlei Ausbildung und ähnliches. Der Preis für Fehlentscheidungen wird immer höher.
Wir tun unseren Kindern daher einen großen Gefallen, wenn wir sie bereits in früher Jugend Erfahrungen mit Fehlentscheidungen machen lassen, zu einer Zeit, wenn diese noch geringe Auswirkungen haben.
Ein schlichtes und geniales Konzept
Ganz bedeutsam finde ich an diesem Programm auch den Hinweis über die Wichtigkeit von Mitgefühl. Wenn ich nämlich schimpfe und wütend werde, denkt das Kind automatisch, dass ICH ein Problem habe. Wer sich ärgert, hat ein Problem – simple Logik. Unbewusst denkt das Kind sofort, dass es selbst sich um das Problem nicht zu kümmern braucht.
Wenn ich dagegen ruhig und freundlich bleibe und Mitgefühl zeige, statt zu schimpfen, dann ist die unbewusste Botschaft automatisch: „Tja, mein Kind, tut mir leid für dich, aber da hast wohl DU ein Problem. Mir geht es gut.“
Das hört sich schlicht an, ist aber genial. Man braucht es bloß in seiner Partnerschaft auszuprobieren. Wenn ich wütend werde, weil mein Partner etwas versiebt hat, zieht er sich sofort innerlich zurück und überlässt das Problem insgeheim mir. Wenn ich dagegen nur freundlich Mitgefühl zeige, lasse ich das Problem bei ihm, ohne es zu übernehmen und er muss sich selbst darum kümmern. Die unbewusste Botschaft hinter diesen beiden Verhaltensweisen ist extrem stark. Probier es aus.
BÄRBEL MOHR
Wenn man die Problemlage seines Kindes aufmerksam auf sich wirken lässt, entsteht daraus ein tieferes Verständnis und eine neue Verbundenheit. Erst druch diese innere Unterstützung kann das Kind sein Verhalten ändern.
DAS LEIDIGE AUFRÄUMEN
Ein Beipiel aus der Essentiellen Gestaltarbeit
Ein Thema, das immer wieder zu Konflikten führt, ist das Aufräumen... Wie kann man damit umgehen – eine oft gestellte Frage. Eine Arbeit einer Mutter aus einer Gestaltarbeits- Fortbildungsgruppe mag dazu einige Anregungen geben. Sie beschreibt folgende Situation:
Ihr Sohn, 9 Jahre, lässt regelmäßig, wenn er aus der Schule kommt, seinen Schulranzen mitten im Flur stehen, die Schuhe fliegen in die Ecke, die Jacke ebenso, statt dass er sie an die Garderobe hängt. Wenn er sich etwas zu essen mit in sein Zimmer nimmt, bleiben Teller oder Tassen tagelang stehen... Und jeden Tag gibt es den gleichen Kampf und Ärger, wenn es darum geht, die in der Familie aufgestellten Ordnungsregeln zu befolgen. Langsam müsste er das doch kapiert haben und die Regeln einhalten können, meinte die Mutter. Sie hatte aber gleichzeitig ein ungutes Gefühl mit der Situation. Sie fühlte sich mit dem ständigen Zurechtweisen und Fordern nach Ordnung nicht recht wohl, und andererseits störte sie die Unordnung in der Wohnung.
Die Dinge zum Sprechen bringen
Der Vorschlag, mit dieser Situation zu arbeiten, war, dass die Mutter wie auch die anderen Gruppenteilnehmer einmal versuchen, die Dinge, die da herumliegen, sprechen zu lassen. Was sich dabei zeigte, waren Sätze wie: „Schau mich an, sieh, wie schön bunt ich bin.“ – „Sieh mich, hilf mir an meinen Platz zu kommen, ich kann das nicht allein.“ – „Kümmere dich um mich“...
Der Mutter wurde klar: durch diese Dinge sprach etwas von ihrem Sohn zu ihr, etwas, für das er sonst keinen Ausdruck finden konnte – sein Bedürfnis, gesehen zu werden, in seiner Situation verstanden zu werden und in dem, was er wirklich noch nicht bewältigt. Und ihre Liebe zu ihm wurde angerührt.
Sie konnte auf ihren Sohn sehen, wie er den ganzen Morgen in der Schule verbringt, wo er es schwer hat, sich den Strukturen anzupassen, und so viel machen und lernen muss, was nicht seinen Interessen entspricht – wo er sich Regeln unterordnen muss, Ordnungen in der Welt, mit denen er eigentlich noch nicht klar kommt. Und noch dazu, wie er anders ist als viele seiner Klassenkameraden und es schwer hat, Freunde zu finden. Alles schwierige Situationen, für die er ihr Verständnis und ihre Unterstützung zur Bewältigung und Verarbeitung braucht.
Zu einer tieferen Wahrheit vordringen
Wenn man sich auf eine solche Weise in eine Situation bzw. ein Kind einfühlen kann, weitet sich der Blick, und es wird möglich, tiefer zu schauen. Dies ist der erste Schritt, um „hinter die Dinge“ schauen zu können, und aus dieser Erfahrung und der Erinnerung daran wird die Beziehung zu dem Kind wieder intensiver werden. Und daraus werden sich sicher auch Möglichkeiten zur Unterstützung des Kindes wie auch zur Klärung der äußeren Situation finden lassen.
Vielleicht macht es dann nicht mehr so viel aus, wenn die Sachen liegen bleiben, oder es ist leichter möglich, sie selbst wegzuräumen, quasi als Dienst für das Kind.
Ich bin immer wieder erstaunt und angerührt, was sich zeigen kann, wenn man auf solche Art mit Situationen, Menschen, Dingen in Kontakt tritt – ein Stück tiefere Wirklichkeit kann ans Licht kommen und unsere oft so festgelegten Denkmuster, Vorstellungen und die durch Normen und Regeln bestimmte Welt durchdringen. Denn solche Fragen lassen sich auf einer tieferen Ebene nicht durch Regeln oder Ratschläge von außen, wie es denn nun funktionieren könnte, lösen. Insofern bietet die Gestaltarbeit unschätzbare Möglichkeiten, denn letztendlich liegt jeder Situation die ihr eigene Wirklichkeit zugrunde – die sich zeigen möchte.
Das, was wirkt, und letztendlich zu einer Änderung im Verhalten führt, ist der Kontakt, der in einem solchen Moment entsteht und die Verbindung und die Liebe zu dem Kind.
SONJA WELKER
SCHUL- UND LERNSTRESS
Mit Reiki Lernblockaden beseitigen
Erwachsene fühlen sich oft gestresst, und unseren Kindern geht es da nicht anders: Schulstress, Lernstress, Umweltstress, Stress mit Freunden. Bei Reiki spielt der Begriff Stress eine zentrale Rolle, da durch ihn unser Gleichgewicht gestört und unsere Lebensenergie blockiert wird. Außerdem blockiert er das Denken und damit die Lernfähigkeit – dann hat man das berühmte Brett vor dem Kopf. Man spricht auch von Lernblockaden. Zu geistigen Blockaden kommt es häufig, wenn die Kinder sich unter Druck gesetzt fühlen. Eine geistige Blockade oder Lernstörung ist also kein medizinisches Problem, sondern ein energetisches. Wir können es uns modellhaft so vorstellen: Die Leitungen sind vorhanden, aber die Informationen bleiben irgendwo auf der Strecke. Bei Kindern äußert sich das oft als Wahrnehmungsstörung. Sie verstehen die Anweisung des Lehrers nicht richtig, schreiben falsch ab oder lesen etwas anderes, als da steht.
Stressabbau ist das Hauptziel bei Lernblockaden und Hyperaktivität. Die besten Ideen oder Lösungen für Probleme kommen uns, wenn wir locker und entspannt sind. Folglich versucht ein Reiki-Therapeut, diesen Zustand so oft wie möglich herbeizuführen. Wenn geistige Blockaden aufgelöst sind, wird Lernen möglich. Deshalb ist es hier mehr als notwendig, die Gehirnhälften auszugleichen.
Reiki-Behandlung für Kinder
Kinder stehen im Allgemeinen noch sehr gut in ihrer Energie, deshalb sollte man sie nicht länger als 20 Minuten behandeln. (Wir wissen ja, wie quietschfidel und zappelig sie oft sind). Die Behandlung beginnt immer mit der Position „Gehirnhälften ausgleichen“, damit sich das Kind entspannen kann und ruhiger wird. Dabei werden die Hände auf den Kopf, jeweils auf die linke und rechte Gehirnhälfte, aufgelegt.
Weitere gute Positionen bei Kindern sind vor allem der Solarplexus, das Wurzelchakra, das Sakralchakra und die Füße. Bei Schmerzen allgemein (Magen, Kopf...) behandelt man den Solarplexus, das Wurzelchakra und die Füße sowie die Stelle, wo es weh tut (das gilt auch für uns Erwachsene).
Geführte Meditationen
Hilfreich sind auch kleine geführte Meditationen während des Handauflegens, um Mut, Kraft und Selbstwertgefühl der Kinder zu stärken, z. B. Der innere Freund: Der innere Freund ist für jede Altersstufe geeignet. Einige Kinder greifen begierig nach diesem inneren Vertrauten und Beschützer, der über Jahre ein ständiger Begleiter werden kann. Ziel: Durch die Erschaffung eines inneren Freundes, auf den sich die Kinder hundertprozentig verlassen können, wird die innere Harmonie und Selbstsicherheit enorm gestärkt.
Übung:
Wir schließen unsere Augen und richten unsere Aufmerksamkeit auf den Atem. Stell Dir vor, Du befindest Dich auf einem Pfad in einem sehr dichten Wald. Überall um Dich herum siehst Du schöne grüne Bäume, es riecht nach Wald und nach feuchtem Moos. Du kommst zu einem kleinen Bach und gehst hinunter an sein Ufer. Du schaust auf Dein Spiegelbild im Wasser.
Bald merkst Du, dass sich etwas neben Dir befindet, und Du fühlst Dich vollständig sicher. Dieses Andere kann ein altes, weises Wesen sein, Frau oder Mann, ein Tier oder ein Schutzengel aus Deiner inneren Welt. Du fühlst sofort: das ist Dein Freund, Dein bester Freund, den Du schon seit langer Zeit kennst und dem Du vollständig vertrauen kannst.
Dein Freund gibt Dir ein Zeichen, ihm zu folgen. Ihr geht auf einer schmalen Brücke über den Bach. Dein Freund führt Dich auf einen Hügel hinauf und in eine geräumige Höhle. In der Höhle setzt er sich und gibt Dir ein Zeichen, das auch zu tun. Du setzt Dich also auch hin, und er beginnt Dir etwas zu erzählen. Vielleicht hast Du eine bestimmte Frage, dann stelle ihm die Frage und achte genau auf seine Antwort.
Dein Freund sagt Dir, dass Du immer zu ihm zurückkehren kannst, mit all Deinen Problemen und Sorgen, Deinen Freuden und Deinem Glück. Besonders wenn Du ihn rufst, wird er sofort kommen, denn Dein innerer Raum ist sein Lieblingsplatz. Dennoch wird er Deinen inneren Raum nur mit Deiner Erlaubnis betreten.
Du bedankst Dich bei Deinem inneren Freund, stehst auf und gehst den Hügel hinunter und über die Brücke, wo Du noch einmal auf Dein Spiegelbild schaust. Erzähle mir, wenn Du willst, wie Du Dich jetzt fühlst. Zähle bis zehn und öffne dann langsam die Augen.
Erläuterung:
Andere Namen für den inneren Freund wären Schutzengel, Verbündeter oder höheres Selbst. Der innere Freund gewinnt sehr schnell das Vertrauen der Kinder. Eigentlich handelt es sich um das Wiedererwecken oder Stärken des inneren Urvertrauens zu sich selbst. Dies öffnet den Zugang zu einer enormen inneren Kraftquelle, die persönlich genutzt werden kann.
Übungen für zu Hause
Die folgenden einfachen Übungen dienen dazu, die Gehirnhälften auszugleichen und die Konzentration zu fördern. Sie werden am besten 10 Minuten vor Beginn der Hausaufgaben durchgeführt.
- Einen liegenden Achter auf ein Papier zeichnen und dann ca. 5 Minuten lang mit dem Stift nachfahren.
- Abwechselnd den rechten Ellbogen auf das linke Knie tippen, den linken Ellbogen auf das rechte Knie tippen. Auch diese Übung sollte ca. 5 Minuten durchgehalten werden.
- Die Thymusdrüse reiben, um das Selbstwertgefühl zu stärken (z. B. vor einer Klassenarbeit). Dazu mit den Händen ca. 2-3 Minuten lang links und rechts am Thymus entlang reiben (sitzt zwischen Kehl- und Herzchakra).
- Einen Lichtball visualisieren und an dem Körperteil einsetzen, wo eventuell Beschwerden bestehen (Bauchweh, Kopfweh usw.), damit das Symptom verschwindet.
- Ein kleines Männchen mit Sprachrohr visualisieren, das einem in der Schule einsagt, was man zu Hause gelernt hat.
SABINE BAUER

