Tyrannen in Strumpfhosen
Kleine Monster zähmen
Zeternde Zweijährige
Wenn Kinder größer werden, wird es einerseits leichter, mit ihnen umzugehen, und andererseits schwieriger – leichter, weil sie zu reden lernen und sich verständlich machen, aber auch schwieriger, weil sie widersprechen können. Trotzdem verhalten sich viele Kleinkinder ziemlich störend: Die neu erworbene Sprache hilft ihnen offenbar nicht, sich rationaler zu verhalten. Im Gegenteil: Zwei- oder Dreijährige bekommen scheinbar unkontrollierbare Wutanfälle, die nicht nur die Geduld der Eltern auf eine harte Probe stellen, sondern ihnen auch Sorgen machen. Die Auseinandersetzung mit einem widerspenstigen Kleinkind kann ihr Vertrauen in ihre elterlichen Fähigkeiten erschüttern und außerdem die Beziehungen zwischen den Familienmitgliedern stark belasten.
Im Alter von zwei Jahren durchlaufen Kinder eine wichtige Phase (wobei anzumerken ist, dass nicht alle Kinder dieses Alters schreckliche Wutanfälle bekommen). Dann lernt das Kind, dass es nicht der Mittelpunkt der Welt ist und dass auch andere Menschen Bedürfnisse haben: beispielsweise dass seine Eltern ein Bedürfnis nach Frieden und Raum haben. Außerdem lernt das Kleinkind, dass es Verhaltensregeln beachten muss.
Es hilft dem Kind zu wissen, dass es jemanden gibt, der seiner Wut Stand halten und damit umgehen kann. Denn nichts ist beängstigender, als die Kontrolle zu verlieren.
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