ARCHÄOLOGIE: Stonehenge – eine prähistorische Heilstätte?
Seit Jahrtausenden gibt die kreisförmige Steinanlage im südenglischen Stone - henge Rätsel auf. War Stonehenge ein Opfertempel oder doch ein prähistorisches Observatorium? Letzteres vermutete man lange aufgrund der Anordnung der Steine in Bezug auf Sonnen- und Mondstand. Seit Anfang April untersuchen Archäologen mit finanzieller Unterstützung des britischen Fernseh- und Radiosenders BBC die so genannten Blausteine samt ihren Sockeln im Zentrum der Anlage. Ziel der Ausgrabung ist es, die Theorie des Archäologie-Professors Timothy Darvill von der Universität Bournemouth zu bestätigen, wonach Stonehenge „eine Heilstätte“ war, „eine Art prähistorisches Lourdes“. Anlass zu dieser Theorie gab der Fund von Gräbern rings um die Steinformation: Hier seien Menschen begraben worden, die für Heilungszeremonien hergekommen, aber an ihren Krankheiten gestorben seien. Den mehr als 80 Blausteinen, die vor ca. 4.600 Jahren aus dem Bergland von Wales in 250 km Entfernung zur Tiefebene von Salisbury transportiert wurden, habe man aufgrund ihrer ungewöhnlichen Farbe eine Heilwirkung zugesprochen und sie deshalb in der Mitte der Steinkreise für Heilungsrituale aufgestellt. Nach den Ausgrabungen müssen die Archäologen nun in den von den Blausteinen hinterlassenen Löchern organisches Material freilegen, um das Datum ihrer Ankunft in Stonehenge genauer bestimmen zu können.
Quelle / Info: BBC, Focus online 14.4.2008

