GENFORSCHUNG: Erfahrungen von der Mutter geerbt

März 2009

Neurowissenschaftler von der Tufts University Boston haben einen sensationellen Beleg für die epigenetische Vererbung gefunden: Im Versuch an Mäusen wurde ein Gedächtnis-Gen ausgeschaltet. Der Nachwuchs der ersten Generation kam mit genetisch verursachter Gedächtnisschwäche auf die Welt, die aber in den ersten zwei Lebenswochen durch ein anregendes Umfeld (Farben, Spielzeug, Bewegungsreize) erfolgreich therapiert wurde. Dieser Erfolg hielt 3 Monate an. Der Nachwuchs, der in dieser Zeit gezeugt wurde, wies trotz geerbtem Gen-Defekt etwas mehr als einen Monat lang eine normale Gedächtnisleistung auf. Dies legt nahe, dass Erlerntes bzw. Information unabhängig vom Erbgut während der Schwangerschaft auf die nächste Generation übertragen wird.

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