ISLAM: Belgien: Kopft uch erlaubt, Burka verboten

Kaum hatte die seit Jahresanfang hoch kochende Burka-Debatte in Europa einen vorläufigen Höhepunkt mit dem Burka-Bann in Belgien Ende April gefunden, löste ein Raubüberfall wenige Tage später in Sydney eine Debatte über den muslimischen Ganzkörperschleier in Australien aus: Ein mit Burka und Sonnenbrille vermummter Räuber hatte einen Geldboten überfallen und war mit einer großen Geldsumme entkommen. Im europäischen Streit um den Schleier treffen Sicherheitsfragen (Terrorismus, Kriminalität) und Menschenrechte wie freie Religionsausübung, Selbstbestimmung (Emanzipation) und Gleichberechtigung von Frauen aufeinander. Das neue belgische Gesetz verbietet das Tragen jedes Kleidungsstücks, „welches das Gesicht ganz oder hauptsächlich verhüllt“, im öffentlichen Raum. Darunter fallen also die Burka, die ein Stoffgitter vor die Augen setzt, und der Niqab, bei dem ein Sehschlitz frei bleibt. Ausdrücklich ausgenommen sind Motorrad- und Feuerwehrhelme. Das Kopftuch bleibt in Belgien erlaubt. In Deutschland hat sich der Bundesinnenminister de Maizière gegen ein Burka-Verbot ausgesprochen, viel wichtiger sei die Festlegung der Grenze zwischen Islam und Islamismus.

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