MEDIZIN: Darmkrebs aushungern
Mit über 66.000 Neuerkrankungen pro Jahr ist Darmkrebs die zweithäufigste Krebserkrankung in Deutschland. Rund die Hälfte der Patienten stirbt an den Folgen der Erkrankung. Wird der Krebs früh erkannt, sind die Chancen auf Heilung gut. Oft wird die Diagnose aber erst gestellt, wenn der Tumor bereits Metastasen gebildet hat. Dann gilt der Krebs als nicht mehr heilbar. Therapieziel ist in diesem Fall Lebensverlängerung bei möglichst guter Lebensqualität. Jetzt steht Patienten mit fortgeschrittenem Darmkrebs eine Antikörpertherapie zur Verfügung: Ein Medikament mit einem völlig neuen Wirkprinzip, Bevacizumab, verhindert die Bildung neuer Blutgefäße, über die sich der Tumor mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt – der Tumor wird regelrecht ausgehungert. Diese neue Waffe gegen den Krebs ermöglicht Patienten mit fortgeschrittenem Darmkrebs ein deutlich längeres Leben.
(PD Dr. Ullrich Graeven, Internistischer Onkologe, in der Medizinischen Online-Experten-Sprechstunde, die regelmäßig im Internet angeboten wird)
Quelle / Info: http://www.experten-sprechstunde.de

