MODE: Die Kleidung der Zukunft denkt mit

Juli 2008

Elektro-Sandwich, selbstleuchtendes Garn, Miniaturchips: Mit solchen Erfindungen haben Wissenschaftler und Modehersteller heute die notwendige Technologie zur Entwicklung von intelligenter Kleidung zur Verfügung. Neben dem reinen Forscherdrang gibt es aber auch materielle Gründe für die vielen neuen Projekte in diesem Bereich. Eine Analyse des US-amerikanischen Marktforschungsinstitutes Venture Development beispielsweise prophezeit den „wearable technologies“ oder „smart clothes“ eine goldene Zukunft. Danach könnte die Branche schon im Jahr 2010 weltweit 700 Millionen Dollar Umsatz machen – Tendenz stark steigend. Kein Wunder, denn die Vorteile der Haute Couture aus dem Physik- oder Elektroniklabor liegen auf der Hand: In jeder Situation global vernetzt sein, Unterhaltungsangebote selbst in Extremsituationen oder permanente drahtlose Überwachung von Rettungskräften bei Katastropheneinsätzen – all diese Aufgaben und Forderungen der heutigen Zeit kann die neue zweite Haut des Menschen erfüllen.

Gekauft wird jedoch nur das, was auch gefällt. Die neue Funktionskleidung muss deshalb nicht nur leicht und gut zu verarbeiten, sondern nach Möglichkeit auch ästhetisch ansprechend und ungefährlich sein. „Kein Mensch will mit Helm, klobiger Brille, Datenkabel und Akku am Gürtel rumlaufen“, meint Matthias Neugebauer, der im Aachener EMIC-Labor forscht. Die technisch aufgerüsteten Textilien sollen sich darüber hinaus aber auch noch gut waschen und trocknen lassen. Daher gehören eingenähte Kabel oder an der Kleidung fest verankerte elektronische Geräte längst der Vergangenheit an.

Denkbar ist für die Jenaer Wissenschaftler aber auch ein Einsatz der Hightech-Textilien bei der medizinischen Überwachung von Senioren und kranken Menschen. „Mit Hilfe eines intelligenten Unterhemdes etwa ließen sich kontinuierlich Herz- und Lungenaktivität messen, ausgewählte Bestandteile des Schweißes analysieren und telemetrisch an den zuständigen Arzt oder ein Gesundheitsteam übermitteln“, beschreibt Michel die Möglichkeiten, die seine Vision von intelligenter Kleidung bietet.

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