PSYCHOLOGIE: Blei könnte die Ursache für ADHS sein

April 2010

Bislang vermutete man die Ursachen für das Aufmerksamkeits-Defizit/ für Hyperaktivitäts-Syndrom (ADHS) im Erbgut, doch trifft dies nur auf 70 % der ADHS-Kinder zu. Deshalb verlaggerte sich der Fokus der Forschung auf Umweltfaktoren, die eine potenzielle, genetisch angelegte Anfälligkeit für Hyperaktivität und Aufmerksamkeitsstörungen aktivieren (Trigger-Funktion). Ins Visier der Forscher geriet das toxische Schwermetall Blei. Dieser Verdacht wird nun durch zwei Studien der Oregon Health & Science University erhärtet, wie das Journal der amerikanischen Association for Psychological Science meldet. In Blutproben von ADHS-Kindern fand man einen höheren Blei-Wert als bei Kindern ohne das Syndrom. Der Psychologe und Studienleiter Joel Nigg sieht die Ursache für ADHS in der Anlagerung von Blei in Großhirn (Striatum) und vorderer Hirnrinde (Frontalkortex), wo es zunächst die Aktivität der Gene und in der Folge die neuronalen Regelkreise des Gehirns stört. Dadurch verändert das Toxin die psychologischen Prozesse, die von diesen Gehirnarealen getragen werden.

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