PSYCHOLOGIE: Glaube macht glücklich, aber nicht überall

November 2011

Jahrzehntelang gingen Psychologen davon aus, dass sich Religiosität generell positiv auf die Psyche und Gesundheit auswirkt. Diesen Zusammenhang haben Psychologen der Humboldt-Universität zu Berlin und der University of Southampton untersucht. Fazit: In Ländern, in denen Religiosität verbreitet und gesellschaftlich angesehen ist, z.B. Polen, Russland und die Türkei, fühlten sich Gläubige besser. Sie zeigten ein höheres psychisches Wohlbefinden und hatten ein stärkeres Selbstwertgefühl. In Ländern, in denen Religiosität keine große Rolle spielt, wie z.B. Schweden, Deutschland und Frankreich, unterschieden sich die Gläubigen nur sehr wenig von den Nichtgläubigen – die positiven Effekte von Religiosität blieben demnach weitgehend aus. „Möglicherweise entsteht der positive Effekt des Glaubens auf unsere Gesundheit durch die Wertschätzung, die man als religiöser Mensch von seiner sozialen Umwelt erfährt“, sagt Dr. Jochen Gebauer, Mitautor der Studie.

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