Der Geschichtenerzähler aus Mali

Der Geschichtenerzähler aus Mali

Die Kelten nannten ihre Geschichtenerzähler Barden, für die Menschen in Mali übernehmen die Griots diese Aufgabe. Der Malier Habib Koité kommt aus einer Griot-Familie und wuchs mit dieser alten Tradition ebenso auf wie mit den musikalischen Einflüssen aus Europa, Amerika und seiner afrikanischen Heimat. Dort ist er längst ein Star, und auch die internationale Weltmusikszene feiert Habib als einen Künstler, dem es gelingt, eine Brücke zu schlagen zwischen Vergangenheit und Gegenwart, Tradition und Moderne. Auf seinem neuen Album „Africi“ erzählt er Geschichten vom afrikanischen Alltag und plädiert für ein selbstbewusstes Auftreten Afrikas nach außen.

Wie wichtig ist dir die Tradition in deiner Musik?

Die Tradition macht uns aus. Und sie ist es auch, die meine Musik von der anderer Künstler unterscheidet.

Ich sehe mich als eine Art verbindendes Element, damit die verschiedenen Musiker sich austauschen können und zusammenkommen.

Du kommst aus einer Familie von Griots. Kannst du unseren Lesern etwas mehr über die traditionelle Rolle der Griots erzählen?

Griots sind eine ganz besondere Gruppe. Man erkennt sie schon an ihrem Namen. Seit Jahrhunderten, bis zurück zum Königreich Mandinka, waren sie diejenigen, die zu den Menschen sprachen. Sie brachten Nachrichten von einem Dorf zum anderen oder von einem König zum anderen. Wenn jemand heiraten wollte, dann vermittelten die Griots zwischen den Familien, denn sie kannten die Familiengeschichten und damit die Stammbäume jedes Namens des Mandinka Königreichs. Sie halten die Geschichte des Volkes bis heute lebendig, indem sie sie immer wieder erzählen In alter Zeit kümmerten sich die ...

Das Interview führte Claudia Hötzendorfer

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